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Wo Ost-68 anfängt

Ost 68 fängt eindeutig 1945 an, dort ist das Informationsdefizit, an dem man ansetzen muß. Die Gruppe Ulbricht kommt mit den Sowjettruppen nach Berlin, mir einem klaren Auftrag: in Deutschland und Westeuropa Bahn zu brechen für das System was von J.W. Stalin als Sozialismus ausgegeben wird. Man hat sehr dazu gelernt seit den Tagen des spanischen Bürgerkriegs: Einheitsfront, Demokratische Front ,antifaschistische Front, jede Front ist recht, wenn man die eigenen Ziele voran bringen kann, jedes Mäntelchen wärmt. Sehr viel haben wir in diesem Zusammenhang Wolfgang Leonhard zu verdanken, der mit der Gruppe Ulbricht nach Berlin kommt und dessen Bücher nach seinem Frontwechsel sehr erhellend sind. All das was in diesen ersten Jahren geschieht, wird heute nur sehr ausschnittartig wahrgenommen und nur sehr vordergründig. Wenn die Ulbricht-Leute von Frieden, Antifaschismus und Demokratie reden, dann meinen sie etwas, was dem heutigen Leser nicht sofort ins Auge fällt, nämlich daß sie und ihr Oberguru Stalin für diese Dinge stehen und daß wer gegen die Kommunisten ist also Kriegstreiber, Faschist und Antidemokrat. Sie haben gute Propagandalektionen bekommen, Goebbels hat nicht alleine gestanden, auch auf der anderen Seite hat man gelernt aus schwarz weiß zu machen. Die Propagandalinie ist das eine , die Verschweigenslinie ist das andere: was die Russen wirklich tun im Osten, nicht nur im Osten Deutschlands, das wird konsequent beschwiegen: Vergewaltigungen in den Nachkriegsmonaten genauso wie Deportationen von allen jungen Männern, denen man mißtraut, Demontagen, die die Wirtschaft im Osten verkrüppeln, Liquidation aller politischen Gegner: es ist ein finsters Höllenregime, das der Generalissimus Stalin und seine Lakaien dort aufziehen, aber begeleitet von einer himmlischen Schalmeienmusik von Demokratie, Frieden, Antifaschismus und was man noch an positiven Begriffen auftreiben kann. Der Kampf um Berlin, der Kampf um die Presse in Berlin und die universitäre Freiheit in Berlin wird in diesen Tagen im Tagesspiegel thematisiert. Es sollte uns dazu herausfordern in 1945 anzusetzen. Es gibt so vieles auszugraben aus diesen Tagen, denn wir wurden sehr einseitig gefüttert, was heutzutage nicht mehr richtig ist. Nicht mehr primär Hitler gilt es den Wachskopf abzuschlagen, sondern denen, die ihn beerben wollten.
 

Meister 01.08.2008, 21.43

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