Meisters Romantic
Die Zukunft ist die Traumzeit der Romantik
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Das bestochene sind Mietmäuler.Sie schreiben
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Bärbel
Ich möchte dir mal ganz viel Glück wünschen, dass die Pannenserie nun ihre letzte Folge hatte! Daumen sind doll gedrückt
LG Bärbel
30.1.2010-22:36
Sebastian
Dein letzter Blog Eintrag "Ergoterror macht Kinder fertig" ist dir sehr gut gelungen -baut sehr gut auf dem vorigen auf :ok:
27.11.2009-10:15
Chatty
Ich lasse Dir Wünsche für ein wunderbares Wochenende da ... nutze sie :-)
30.10.2009-19:48
Linda
Auch ich, wie die Schreiberin vorher!
LG
30.9.2009-19:03
Bärbel
Bin heute als Berlinerin über diese Seite gestolpert und...es hat sich gelohnt. Ich werde hier öfter mal stöbern nach Perlen :D

Danke
und Grüße aus dem "hohen Norden"
Bärbel
13.5.2009-19:45

Blogeinträge (themensortiert)

Thema: Kleines virtuelles Theater

Das Wahlhearing





Offene Bühne, rechts ein Doppelstehpult, links ein Doppelstehpult, von der Seite kommt Web.A. Master auf die Bühne und adressiert das Publikum.

Web.A.Master:

Hochverehrtes Publikum, heute werden wir das Duell der Quanzlerkandidaten erleben, sie werden hautnah dabei sein, wenn die beiden Kontrahenten um die Gunst der Volksmassen buhlen, vielleicht werden wir heute schon eine Vorentscheidung erleben. Wer wird die Fragen besser auf die Hörner nehmen, wer wird die Schicksalsfragen unserer Zukunft so klar beantworten, dass alle ihm oder ihr zurufen: Du sollst sie haben, die Palme unseres Vertrauens, für die nächsten 4 Jahre wollen wir Deiner Klugheit und Weisheit, Deiner Entscheidungssicherheit und Vision vertrauen. Mir steht zur Seite ein Profi in diesem Geschäft, Charles-Ernest Diablotain, der Mann für die politisch unkorrekten Fragen, er spielt hier den Advocatus diabulimicus, weil er so empfindlich wie ein Seismograph auf problematische politische Aussagen reagiert, vulgo: er neigt stark zum Erbrechen. Kommen Sie zu mir Charles-Ernest!

Beifall. Von der Seite herein kommt der gerufene, im weissen Anzug und mit einem 10 Liter Plastikeimer in der Hand.

C.-E.Diablotain:

Danke für die nette Vorstellung. Aber nennen sie mich doch bitte Ci-Ii, das tun alle meine Freunde. Liebes Publikum, Bulimie ist eine ernste Erkrankung und nichts liegt uns ferner als uns darüber lustig zu machen, im Gegenteil, wir von der diabulimischen Vereinigung kämpfen für die Solidarität mit den Bulimikern, auch wenn die Mitglieder unserer Organisation etwas anders strukturiert sind. Wir sind alle hochsensibel auf politisches Gewäsch und Geseier, auf Lügen und leere Versprechungen, es treibt uns die Übelkeit ins Gesicht und den Mageninhalt heraus, unser ideeler Gründungsvater war Max Liebermann der angesichts der Nazis das Wort prägte: >ich kann gar nicht so viel fressen, wie ich kotzen möchte!< Deshalb habe ich heute gut gegessen und mir vorsichtshalber einen geräumigen Eimer mitgebracht, den im Notfall diskret zu nutzen ich ihnen verspreche.

Web.A.Master:

Danke dass sie gekommen sind, lassen sie uns gleich mitten ins politische Wahlkampfgetümmel gehen. Ich rufe auf die Bühne den Quanzlerkandidaten der regierenden Sozialpiraten Deutschlands den äußerst ehrenwerten Franz---Walker---Stonemower !!

Lautes Tröten im Publikum, der Gerufene kommt mit einer roten Fahne mit schwarzem Piratenschädel auf die Bühne, schwenkt jovial die Fahne und stellt sich am linken Stehpult auf.

Web.A.Master:

 Und jetzt rufe ich die amtierende Quanzlerin und Vorflitzende der regierenden catholisch demographischen Union Frau Änni Mecker auf die Bühne !!

Weiteres Tröten. Die Gerufene kommt im rot-schwarzen Hosenanzug mit  zu kurzer Jacke und einer schwarzen Fahne mit rotem Piratenschädel auf die Bühne und stellt sich neben F.W.S. auf.

Web.A.Master:

Ich erspare mir lange Vorreden, stelle aber fest, dass die beiden Protagonisten ihr Image allerjüngst poliert haben, die Fahnen kommen mir auch noch sehr frisch vor, ist das ihr Kontrastprogramm? Also zunächst Herr Kandidat Stonemower, wieso haben sie ihren Namen so aktualisiert. Was wollen Sie uns damit sagen?

C.-E.Diablotain: Ist >mowe< nicht das schottische Wort für f... ?

Web.A.Master: Stopp, so ein Wort sagt man nicht im Fernsehen!

C.-E.Diablotain: Wir sind doch gar nicht im Fernsehen.

Web.A.Master: Man kann nie wissen!

F.W.S.:

Also meine lieben Wählerinnen und Wähler, liebe Deutsche und solche die ich noch dazu machen werde, das Anliegen der Sozialpiraten Deutschlands, genauer unser Hauptanliegen ist die sowjetische Gewichtigkeit in Deutschland.

Web.A.Master:

Was haben sie gerade gesagt?

F.W.S:

Nun hören Sie doch mal hin, wenn ich etwas sage! Unser Hauptanliegen ist die saisonale Geschlechtlichkeit in Deutschland.

Web.A.Master:

Meinen Sie >soziale Gerechtigkeit < ?


F.W.S.:

Das sag ich doch die ganze Zeit, wollen Sie mich aus dem Konzept bringen, oder was?

C.-E. Diablotain:

 Was meinen Sie denn damit in Wirklichkeit?

F.W.S.:

Wir haben die soziale Piraterie auf unsere Fahnen geschrieben, wir nehmen von denen, die haben und geben denen, die nehmen. Und das machen wir so lange bis in diesem Lande alle nichts haben, denn dann ist es viel einfacher zu sagen: mehr für alle ist machbar.

C.-E. Greift zu seinem Eimer.

F.W.S.:

Außerdem ist es eine schreiende Ungerechtigkeit, die ich zu beseitigen trachte, dass diese Person neben mir seit 4 Jahren dieses Amt besetzt, das mir persönlich von Kaiser Gerhard vererbt wurde. Heil seinem Angedenken!

C.-E. Dreht sich zur Seite, den Kopf über den Eimer geneigt.

F.W.S.:

Ich habe einen Plan vorgelegt, wie in diesem Land 80 Millionen Arbeitsplätze geschaffen werden können, einfach indem jeder hier da arbeitet, wo er gerade steht und liegt, er braucht ja nichts zu tun. Wir haben so viele Milliarden verpulvert, da werden wir den Rest auch noch schaffen (lautes Würgen von C.-E). Ich stehe hier für Bildung auf allen Kanälen und fordere hiermit die Oberhoheit der GEZ über alle Schulen und Hochschulen, freies Fernsehen im Unterricht, das frische Leben in den Medien bringt uns die Bildung doch fast gratis. Wir werden durchsetzen, dass jeder deutsche Schüler eine Fernbedienung in der Tasche hat, und wir werden ermöglichen, dass das Zentralabitur für alle, samt richtiger Lösungen allen Bedürftigen kostenlos zur Verfügung gestellt wird. Auch der freie Zugang zu den Universitäten wird sichergestellt, indem wir damit aufhören all die überflüssigen Leerkräfte zu bezahlen, wozu ist denn der Computer erfunden worden, der freie Zugang zu allem ,vor allem freie Kopiermöglichkeiten rund um die Uhr. Nun sagen sie nur ,wir hätten nicht unsere Lektion gelernt. Wir wissen was Deutschland braucht und will, und wir werden es diesem Lande geben: Geschmierte Brote und schmierige Spiele! 

C.-E. Hebt den völlig grünen Kopf aus dem Eimer und fragt matt:

Sind sie jetzt fertig?

F.W.S:

Mit ihnen bin ich fertig, ein für alle Mal, sie ,sie...

Web.A.Master:

Und die catholisch demographische Union, Frau Bundesquanzler, wird sie es schaffen, wie im Parteiprogramm angegeben, den Anteil des ehelichen Verkehrs zu erhöhen und die Geburtenrate wie versprochen um den VonAlleinFaktor von 35plusX mal Pi-Quadrat alles in Klammern hoch Null zu erhöhen?

Änni Mecker:

Danke, dass sie mir diese inhaltlich schwergewichtige Frage gestellt haben. Dieser Faktor, wie man leicht ausrechnen kann, ist ein ehrgeiziges Ziel, da kommt man ins Grübeln, wie sich netto zu brutto verhält, wenn der katholische Verkehr zum Beispiel wie in Irland linksherum veranstaltet wird, aber, wie sie vielleicht wissen, bin ich in einem protestantischen Pfarrhaus aufgewachsen , und das bedeutet, ich verstehe unter >Berlin ist eine Messe wert<, dass der Zaun in der Uckermark, über den man nicht tot hängen möchte, jetzt mitten in dieser Stadt aufgestellt wird. Niemand hat die Absicht eine Mauer aufzubauen, aber vielleicht wenigstens einen Zaun, beispielsweise zwischen rein katholischem Linksverkehr und protestantischem Rechtsverkehr im kontinentalen Stil, wenn sie wissen, was ich meine. Also wenn die Geburtenrate nur durch außergewöhnlichen Verkehr zu erhöhen ist, dann sind wir so katholisch, dass wir trotzdem dafür sind, fragen sie die Ursula, die ich von der Leine gelassen habe. Und was diese soziale Dings und diese Bums, äh,  Bildung überhaupt anbelangt schliesse ich mich den Ausreden meines Vorredners an, muss aber betonen, dass er allein für all den Bockmist in diesem Gebiet verantwortlich ist. Und wenn wir jetzt das Haushaltsloch ansehen, das wir verursacht haben, dann gibt das unseren Parolen vom >mehr für alle< eine ganz neue Dimension, nämlich die Dimension nach unten, und wenn sie mich fragen, ob wir die Steuern erhöhen oder erst nach der Wahl , dann sage ich ihnen, Österreich ist so ein schönes Land, und dort war man schon so weit die große Koalition so zu verewigen, dass man wieder den Kaiser holen könnte, das können wir auch, und wenn sie mich fragen, ob ich Franz-Walker als Kanzler für möglich halte, dann muss ich ihnen sagen, da müssen wir erst die Österreicher fragen. Eigentlich haben wir ja noch einen gut, denn sie haben ja schon mal bei uns den Kanzler stellen dürfen.

Web.A.Master:

Ich danke ihnen für die Antwort auf all die Fragen, die ich nicht gestellt habe. Ci-Ii, hast Du noch Fragen?

C.-E.Diablotain, immernoch ziemlich grün, den Eimer vor sich auf demTisch:

Frau Bundesquanzler, warum haben sie denn eigentlich diese schwarze Fahne mit dem roten Piratenschädel drauf, haben sie nicht Angst vor Verwechslungen?

Änni Mecker:

Wie sie ja bemerken, führen wir einen äußerst harten Wahlkampf, der inhaltlich bis an die Belastungsgrenze des Vakuums vordringt, und ich muss das wissen, denn ich habe noch in der DDR studiert, und darum freuen wir uns auch schon so, wenn wir dann endlich wieder gemeinsam an unserem schönen Kabinettstisch Platz nehmen können, und die Ulla eine Schnulze aus Spanien zum Besten gibt und der Sigmar sein selbst gebasteltes AKW-Modell sprengt. Und unsere Fahnen werden dann gemeinsam und harmonisch über  Kanzleramt und Reichtag wehen und im strammen Gegenwind flattern. Die Farbabstimmung ist gut gelungen, nicht wahr?

C.-E. Diablotain, jetzt dunkelgrün, in den Eimer murmelnd:

Und die große Koalition geht dann also weiter? Bis wann denn bloß?

Änni Mecker:

Stört Sie das >groß< ? Man könnte sie ja auch umbenennen, vielleicht in "Koalition der Volksgemeinschaft" und das >groß< für mich reservieren. Ich beanspruche ja gar nicht die Erblichkeit meiner Dynastie, vielleicht könnte sogar F.W.S. ja nach meinem Ableben, natürlich nur, wenn er sich immer gesund ernährt und sich nicht so oft künstlich aufregt, dann seine Gerechtigkeit kriegen. Ich meine, diese Titel sind doch nur vordergründig, wir teilen doch nach guter Tradition unter diesen Fahnen die Beute zu gleichen Teilen. Und wir finden auch noch einen passenden Titel für ihn, vielleicht >Papst der Protest-Tanten< oder >Präsident von Europa und der angeschlossenen Territorien< oder so.

So ganz nebenbei haben sich drei große Körbe von hinten in die Mitte der Bühne geschoben. Vom ersten springt der Deckel auf und es erscheint Dildo Westwall der smarte aber gereifte Chef einer gelblichen Oppositionspartei.
 
Dildo Westwall:

Da haben wir den Skandal. Sie macht uns schöne Augen, will aber lieber wieder mit dem Stonemower ins Koalitionsbett als mit mir.

F.W.S.:

Raten sie mal woran das liegt, sie, sie,...!

Web.A.Master:

Bitte keine politischen Unkorrektheiten, es könnten Kinder zuschauen!

Dildo Westwall:

Schon die ganze Veranstaltung hier suggeriert, dass es nur um die beiden ginge, aber aus meiner Sicht - und ich bin Jurist - machen sich Piraten am Besten an einer Rah, so machte man das im Mutterland der Demokratie, also meine beiden Herrschaften, haben sie zu ihrer Verteidigung noch etwas zu sagen, sonst können wir den Prozeß auch abkürzen, ich beantrage die Höchststrafe! Steuern Runter und Piraten raufziehen!

Der zweite Korb platzt auf, heraus schnellt Claudine Rouge-Vert, eine weitere hoffnungsvolle Oppositionelle:

Aber Dildo, mäßige dich doch, Du kennst sie doch schon alle so lange, Du kennst doch sogar ihr Wohnzimmer, wo ihr den Präsidenten gezeugt habt.

Änni Mecker:

Es war sein Wohnzimmer und nix ist bezeugt worden. Was will die Schlampe hier, mit wem willst Du denn koalieren?

Claudine Rouge-Vert: Ich koalier  mit mir selbst!


C.-E.Diablotain, röchelnd brechend:

Schluß mit dem Schweinkram, Kameraden haltet doch die Bühne sauber!

C.R.-V.:

Grün ist immer sauber, die anderen sind die Schmutzfinken, der Stonemower möchte zu gern mit allen, aber er kann mit keiner. Es fehlen ihm potente Prozente, eine ganze Menge Prozente.

Der dritte Korb öffnet sich mit trara und heraus tritt Oskar-Illjitsch Doppelglatzkopf ganz seriös und mild:

Ich kann vielleicht helfen mit den Prozenten. Ich bin so neu, so sauber, so gerecht, an mir ist überhaupt nix schlecht. Ich bin der weisse Ritter, wer das nicht glaubt, bereut es bitter. Ihr könnt mit mir gern koalieren, Sowjetdeutschland kommt erst später, das kann ich garantieren. Ihr müßt nicht gleich das Lager fürchten, das hat noch Zeit, glaubt nicht den Gerüchten. Wir werden nicht gleich über euch lachen, vorher müßt ihr uns erst salonfähig machen.

Die Tür fliegt auf und quer über die Bühne kommt ein Mann herangestapft im okerfarbenen Mantel mit Herrenhandtäschchen, die Zähne sitzen ihm etwas locker:

So jeht das nisch, Herr Webmister, die janzen Affen dürfen hier singen, und was is mit mir, isch bin de aussischtsreischeste Kandidat, aber isch werde totjeschwiejen. Aber nisch mit mir, isch hau aufn Putz. Hier is meine Fahne! Er zieht aus dem Mantel eine riesengroße Fahne, rollt sie auseinander, präsentiert sie und schwenkt sie : darauf steht H U S T !

Web.A.Master:

Was heisst denn das nun wieder? Ich dachte sie haben Rücken und Kreislauf!

Horst Schlimmer:

Nein, nisch nur, wir haben auch Husten. H.U.S.T. : heisst abgekürzt >Horst und seine Truppe< also es is jetz mehr als isch selber schon bin. Und unser Schlachtruf wird erklingen durch die Wahlversammlungen, die Opernhäuser, Schauspielhäuser und alle anderen schweinegrippeverseuschten Häuser. (Lautes Husten im Publikum und Gelächter). Ein bombastisches Husten wird durch unser Land gehen und wird zu einem heftijen massiven Auswurf führen, an den die Herrschaften hier alle noch denken werdn, wenn sie bis zum Knöchel tief drin stehn.

C.-E.Diablotain:

Vorher hieß es doch >Horst Schlimmer Partei<, oder nicht?

Horst Schlimmer:

Wissn se, Herr Diebels, isch lerne auch dazu. Meine Konkursrenten oder wie se alle heissen, haam mir schon mein >mehr für alle< geklaut, aber isch kontere >mehr Meer für alle< und mit dem Namen isses so: es reicht auch bis nach de Wahl, dasse merken, dass alles Schlimmer wird.

Wirft Rauchbomben auf die Bühne und ins Publikum, Rauch entsteht , es folgt ein bombastisches Husten und totaler Nebel.

Aus dem Nebel taucht Web.A.Master auf, hält sich das Taschentuch vors Gesicht:

Ich hoffe wir haben ihnen mit unserer Veranstaltung heute einige Klarheit für ihre Wahlentscheidung bringen können.

Vorhang

Meister 26.08.2009, 20.00 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Sturm über Bankanien, 3.Akt



3.Akt

In einem großen gediegenem Raum mit großem Kaminfeuer (Auf jeden Fall Theaterfeuervorschriften beachten). Draußen ist es dunkel, es stürmt, blitzt und regnet heftig, erkennbar durch ein großes Fenster im Hintergrund. Es sind eine Reihe fein gekleideter Herren anwesend, die aus Aktenmappen Papiere ins Feuer werfen und verbrennen. Die Stimmung ist ruhig, vielleicht etwas unheimlich, das Licht gedämpft, der Feuerschein herrscht vor. Durch die Seitentür kommt Vaterstaat herein, elegant lässig, er schaut und stutzt und fragt.

Vaterstaat:

 Nun meine Herren, verbrennt ihr die Schrottpapiere? Das ist löblich. Haut weg den Schrott und alles ist in Butter. Ich wußte doch, die Lösung ist ganz nahe.

AckerDeutschmann: Das schöne Geld, die assets verbrennen? Das sind doch unsere besten Werte, auch wenn sie heute keiner kaufen will. Sie müssen raus aus der Bilanz, und dabei wirst DU uns helfen, doch im tiefen Bunker lassen wir sie schlummern bis jemand sie nimmt. Aber wir sind nicht so, Du kannst sie auch gleich ganz kaufen, dann weißt Du, was Du hast.

U.B.Schwitz: Wir machen auch nen fairen Preis. Wie wär´s mit 98 Prozent?

Vaterstaat: Prozent von was?

U.B.Schwitz: Vom Nennwert versteht sich, Du kannst ein hübsches Sümmchen gewinnen, 2 Prozent von einer Billion sind 20 Milliarden, dann bist Du sanieeeeert.

Vaterstaat: Ich glaube eher blamiert und vorher rasiert. Denkt ihr ich kenne nicht das Risiko?

U.B.Schwitz: Du verhandelst hart,  also gut: 97%, sie werden Dich feiern, Du bist aus Stein wie eine Brücke.

Vaterstaat: Sie werden mich feuern, wir haben Wahljahr.

AckerDeutschmann: Ach Quatsch, Dich doch nicht, Du bist so groß und haltbar. Wir halten zu Dir, die Krise ist vorbei, wir verkündens und Du wirst gefeiert, 95%, das ist aber das letzte Wort. Du siehst doch das wir hart für dich schaffen, wir schwitzen wie die Affen.

Vaterstaat: Wenn´s nicht der Schrott ist ,den ihr verfeuert, was macht ihr dann?

Goldiesachs: Wir verbrennen nur die alten Geheimpapiere, die Absprachen, die Strategien, die Beweise für die Scheise.

AckerDeutschmann: Du weisst schon, schau, erinnerst Du dich nicht : "Heute gehört uns Deutschbank und morgen die ganze Welt!"

U.B.Schwitz: Oder dies:" Am Bankwesen werden wir ganz persönlich genesen." Wir schmeissen das alles ins Feuer, dann kommt es uns nicht teuer. Der Mensch, der glaubt, das was er wünscht, der Rest ist bald vergessen. Du hast den Hypo doch jetzt in der Tasche, gut,  er liegt dir drauf, genau wie der fette Landbanx, doch Du bist jetzt einer von uns, mach mit, das Geschftsmodell ist noch heiß.

MultiplixLandbanx:

Was redet ihr über mich Kollegen, ich bin gesund und habe meine Kunden - mit Subventionen jedenfalls - immer noch gefunden.

AckerDeutschmann nimmt Vaterstaat, umfasst ihn an der Schulter:

Wir wolln doch alle nur das Beste; fürs Vaterland, Europa und die ganze Welt. Ihr dürft auch schöne Regeln machen, wir stimmen die dann alsbald ab. Wir helfen euch, ihr könnt den Schrott doch leicht verstecken, im dunklen Dreieck der Zukunft. Dann wird wieder kräftig verdient, und alle sind zufrieden, die Krise ist zu Ende, wer sagt denn dass 25% Rendite das Ende der Fahnenstange sind?  Immer weiter kann es aufwärts gehen, wir könnten doch den Mond verkaufen, das lohnt sich irgendwann bestimmt, die Investoren warten schon, die Leute wollen Zukunft.

Über dem Kamin öffnet sich ein Fenster, die Zukunft schaut ins Zimmer:

 Ihr wollt was in meinem dunklen Dreieck verstecken, ihr könnt mich mal am Rücken....

Vaterstaat: Man darf die Zukunft nicht verschrecken, sie ist noch so ein junges Ding. Und außerdem sollt ihr wieder Kredite geben, die Wirtschaft ächzt, die muß auch leben.

Goldiesachs: Was gehen uns diese Blaumänner an, wenn sie schrauben wollen, sollen sie ihren Spaß haben, nicht Kredit. Wir machen  Geld.

Vaterstaat: Sie brauchen den Kredit, das Volk will Arbeit.

U.B.Schwitz: Unsinn! Das Volk will Brot und Spiele. Gib sie ihnen und uns die Lizenz daran zu verdienen.

AckerDeutschmann: Schmeisst den ganzen Rest ins Feuer, damit wir hier zum Ende kommen.

Sie tuns, es blitzt heftig, der Sturm bläst in den Kamin, eine
Stichflamme kommt heraus, die ganze Bühne brennt, das Stück ist vorbei.

(Im virtuellen Theater ist es nicht so schlimm, wenn die Bühne abbrennt.)

WebA.Master kommt von links mit leicht verbrannten Sachen auf die Bühne, er geht auf Reichitzki zu, der von rechts kommend sich den Ruß von der Glatze wischt.

WebA.Master, erwartungsvoll:

 Und? Wie fanden sie´s?

Reichitzki, erschöpft:

 Blödsinn, feuriger Blödsinn, völlig hirnverbrannter Blödsinn. Der heisseste Blödsinn, den ich je erlebt habe.

Eiserner Vorhang

Meister 20.06.2009, 18.01 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Sturm über Bankanien, Zwischenakt

der 1.Akt  von Sturm über Bankanien" wurde  am 31.1.2009,  der zweite Akt am 4.2.2009 im "kleinen virtuellen Theater" gespielt

 
Zwischenakt:

WebA.Master kommt auf die Bühne geschlendert, setzt sich auf einen Sessel, der aus der Tiefe herauffuhr, monologisiert:

Da sitz ich nun und weiß nicht weiter, dabei bin ich gar nicht Gefreiter. Na klar, es wird schon weiter gehen, es geht immer weiter, meist heiter, mal mit Sturz von der Leiter, ich spar mir den Reim mit Eiter. Aber da hatten wir doch noch den edlen Streiter. Doch der, ich weiß, kommt auch nicht wieder, trotz aller Heldenlieder. Was machen sie jetzt, sie drucken Geld, verkaufen Pretiosen und Papiere, entsorgen den Müll und kommen wieder zurück. Die Banker diese lausige Brut, ist nur zum Geld verjuxen gut. Mit ein paar klitzekleinen Operationen wolln sie das Geld aus unsern in ihre Taschen holen. Sie werden alles kalt verwischen und uns dann ihre neusten Investmenpläne heiß auftischen. Sie werden uns wieder jegliche Rendite versprechen, als kennten wir das nicht bis zum Erbrechen. Sie sind weiter smart und gut vernetzt, vor allem mit der Politik, auch wenn das ätzt. Denn sie haben messerscharf erkannt, die Politiker kommandieren das meiste Geld im Land. Also werden sie jetzt solange mit unserem Geld Firmen retten, bis wir verarmen, sie kassieren die Subventionen und sitzen im Warmen. Wir verbluten, und sie sind die Guten, sind wieder die Fetten, die Smarten, die Netten. Was will der kernige Pudel dort?

Reichitzki von der Seite herbei tretend:

Sie faseln mein Lieber, was sollen die Sprüche, ich bin kein Pudel, erst recht nicht sein Kern. Doch sie, ich sags, muß man zum Jagen tragen. Sie lahmer Hund, sie verfassen Blödsinn doch in Massen, warum gehts nicht weiter, das Publikum, es kanns nicht lassen, es fleht um ein Ende, hört ihr es nicht, tauber Wicht.

WebA.Master:

Recht habt Ihr, ich wags. Wenn Tausend Teufel unsre Wirtschaft würgen, wenn Banker geile Geierschreie von sich geben, dann können wir nicht lustig schweigen. Dann haben wir die Pflicht, die heilge Pflicht, ich sags Euch, mit brausendem Wort und brennenden Füssen die Freiheit - und das Wohl - des Volkes zu verteidgen. So sollen diese virtuellen Bretter, dies ungehörte Lied, dies schmetternd plastene Wortschwert, die Tat zu Ende führen, dass alle Teufel schrein und fliehn. Zur Hölle mit den feigen Hunden, saugend, saugend, ausssaugend bis zum Erbrechen - nein - sie sollen brechen, kotzen, würgen. Heraus mit ihnen, hinweg in den Orkus mit ihnen.

Reichitzki:

Sie toben mein Lieber, fassen sie sich doch.

WebA.Master:

Schon Recht, morgen kommt der 3.Akt

  

Meister 19.06.2009, 19.44 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Sturm über Bankanien 2.Akt



GierbertDummbacke sitzt auf einem Sessel rechts vor der Bühne, schaut ahnungslos ins Publikum und raucht eine dicke Zigarre. Er liest eine Wirtschaftszeitung mit der boulevardgroßen Überschrift:>MEGA-RENDITEN EXPLODIEREN<.

Als der Vorhang langsam aufgeht sieht man einen ungeheuren Haufen Papierschrott in Ballen, Tüten, Stapeln, der sich bewegt, auftürmt und nach vorne drückt. Die Schwarzanzugträger hetzen herum, versuchen dem Berg Herr zu werden, werden aber im hektischer.

Schwarzanzugträgerchor: Hilf, König Market, hilf uns, bitte, bitte, hilf uns.

Marktmännchen kommt von links panisch auf die Bühne gerannt.

Marktmännchen: Was habt ihr angestellt, ihr Deppen, sind das eure Zettel? Soll uns das alles verschlucken?

HerrLehmann: Das sind alles Kredite, AAA-Rating von MentallyPoor.

Marktmännchen: AAA heisst das vielleicht Alles-Am-Arsch? Und wo ist BBB und was heisst das dann?

HerrLehmann: Die BBB drücken von hinten und CCC sind grottenmäßig drunter. AAA heisst "Abwärts-am-Abgrund", BBB heisst "Bewuß-bösartige-Bonusmelker" und CCC heisst  "Calkulierter-complett-Concurs". Wir haben von allen gebunkert bis zur Oberkante, die Renditen sind gigantisch, wenn sie denn jemals zurückgezahlt werden.

Marktmännchen:  Da kann der Markt helfen, wir lassen sie alle verfallen und die Schulden sind weg.

HerrLehmann (plötzlich erbleichend- weisses Puder überstreut ihn): Wir sind weg, das gehört alles uns. Wir haben gehebelt, wir haben gewettet, es steht in unserer Bilanz, hunderte Milliarden, Billionen, es mußte sich ja lohnen.

Marktmännchen: Dann ab in den Keller damit, es darf keiner sehen, sonst ist der Markt aus dem Gleichgewicht, und dann kommt das jüngste Gericht.

Schwarzanzugträgerchor: Wir versuchen doch alles in den Keller zu drücken. Doch es verfault, es gärt, es stinkt, es zu verdrücken, will uns nicht glücken. Wir stehen auf verlornem Posten, das wird sehr viel kosten.

Marktmännchen: Wir versuchen´s auf die einfache Tour, Greenkeeper bringt das Grün.

4 noble englische Greenkeeper fahren einen Handwagen herein mit hübschem Platikkunstrasen.

HerrLehmann: Was soll das mit dem Rasen, wollt ihr jetzt golfen?

Marktmännchen: Das ist das Gras, in das Du beisst! Du tust ein gutes Werk, also verrecke!

Schubst HerrLehmann rüde auf den Handwagen, der wird rasant heraus gefahren.

Marktmännchen, schaut auf den quellenden Schrott: Das wird alles nicht reichen. Es quillt, es quält, es fault, es jault, es stinkt zur Hölle. Lasst verschwinden was ihr könnt, ich hole Hilfe!

Marktmännchen, rausrennend: Mama ! Papa ! Hiiiilfe !

Auftritt Vater Staat und Mutter Erde, Vaterstaat im feinen Zwirn einen dicken Knüppel auf der Schulter, schiebt Muttererde im Rollstuhl vor sich her. Muttererde, mager, blaß und matt löffelt unlustig aus einer großen Schüssel mit der Aufschrift >Investitionen< einen zähen Brei. Die Schwarzanzugträger schnitzeln immer neue Geldscheine in die
Schüssel und schütten aus einer großen Ölkanne Öl hinein. Marktmännchen kommt Vaterstaat und Muttererde entgegen und trifft sie in der Bühnenmitte.

Marktmännchen: Gut dass ihr da seid! Wir müssen diese Zettel hier entsorgen, könnt ihr dafür uns ne Kleinigkeit borgen, uns ein bißchen versorgen, zumindest bis morgen, oder übermorgen, oder überübermorgen.

Muttererde: Ich kann nicht mehr, die Suppe ist zu schwer, ich geb sie gerne her, ansonsten bin ich  - fertig!

Marktmännchen, haut ihr eine: Beschwer Dich nicht, friß oder wir sterben.

Vaterstaat: Was haust Du Deine Mutter? (Haut ihr selber eine mit dem Knüppel) Das darf nur ich! Ich mache die Regeln, auch wenn ihr sie diktiert, ich mache sie. Also jetzt mal wieder ein bißchen Respekt, und vor allem, ich will meinen Anteil am Profit, wenn ich Euch raushaue. Ich werd Mutter überzeugen, sich noch ein bßichen krumm zu legen, für Euch, für uns alle. (Zur Mutter) Friß Deine Suppe, rette Deine gierigen Söhne, sie sind fett und feist, aber auch dreist. Sie sind >tobigtofail<, wenn Du weißt, was das heisst?

Muttererde: Und was heisst das >tobigtofail<. Das klingt für mich außerirdisch oder gälisch , so wie >nobrainjusttail<.

Vaterstaat: Das heisst, das sie zwar groß sind, aber krank, wenn sie sterben, werden wir nichts erben, außer Schulden und Gestank.

Marktmännchen: Red nicht, mach was!

Schwarzanzugträgerchor: Rette uns den Arsch, wir sind der geschenkte Barsch.

Vaterstaat: Ich bin so toll, ich bin so wundervoll, ich kann Billionen herbeizaubern, ich kann garantieren, ich kann mich verbürgen, denn ich habe Bürger, die kann ich würgen, und auspressen, bis ins 6. Glied. Ich drucke Geld, ich gebe Staatsanleihen, die Zukunft soll´s zahlen, sag ich. Wenn die es auch nicht zahlt, dann machen wir eben einen Schnitt, der Währung, dann gehen alle mit  - zugrunde.

Auftritt die Zukunft, eine schöne junge Frauengestalt.

Zukunft: Ich soll zahlen, da kann ich nur lachen, ich hab Besseres vor, als solche Sachen.

Vorhang

GierbertDummbacke mit einer Zeitung >HerrLehmann tot!< hat die kalte Zigarre im Mund.

GierbertDummbacke: Bisher ist doch gar nichts passiert. Aber mulmig ist mir doch allmählich.

Ende 2.Akt

Reichitzki, von der Seite hereinschauend: Ich sag jetzt nichts, ich checke meine Konten. Panik droht, was tuen die Besonnten?

Meister 04.02.2009, 17.30 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Sturm über Bankanien; 1.Akt



Der Vorhang ist geschlossen. Von links tritt Reichitzki von rechts Direktor WebA.Master auf die Bühne.

Reichitzki:

Sie wollen also die Finanzkrise auf der Bühne dramatisch in Szene setzen. Sie überschätzen wie üblich ihre Fähigkeiten und ihre Kompetenz, Sie Amateur!

WebA.Master:

Das wird ein wunder voller Spaß!

Reichitzki:

Ich seh den Schund schon stinken.

WebA.Master:

Seien Sie doch nicht so negativ. Schauen Sie doch erstmal, was unsere virtuelle Weltbühne sich hat einfallen lassen.

Schwungvoll bis rasant wird der Vorhang aufgezogen. Auf der Bühne laufen ein gutes Dutzend Schwarzanzugtärger kreuz und quer, jeder hat ein großes weisses Namensschild um den Hals hängen. Sie stecken sich Zettel zu und singen im Chor.

Schwarzanzugträgerchor:

Heil König Market, heil, heil heil. Oh großer Spender von Wohltaten, lang sollst Du leben, viel sollst Du geben.

Ein kleines dickes Männchen wuselt eilig von links nach rechts über die Bühne und kreuzt genauso wieder zurück

Marktmännchen singt:

Ich bin der Markt, ich bin erstarkt. Ich regle alles, ganz allein, allein, Alleingang und Allausgang. Ihr dürft mir huldigen, ihr dürft mich nicht beschuldigen, ich mache seelig, wer´s nicht glaubt wird insolvent, wer´s glaubt verliert sein letztes Hemd.

Schwarzanzugträgerchor:

Heil Dir im Siegerkranz, bis hin ins Siegerland, sollst Du uns führen. Gib uns das Geld das wir erstreben, mach uns reich, mach uns glücklich. Her mit dem Schotter, ein bißchen plötzlich.

Marktmännchen:

Was macht ihr mit den Zetteln, sprecht?

Schwarzanzugträgerchor:

Wir vermehren, wir erhebeln, wir explodieren den Kredit, macht alle mit, haltet alle Schritt. Wir kaufen, wir verkaufen, wir wetten und wir wetten noch mal drauf. Immer höher und höher steigt der Index. Die Papiere, die Zertifikate, die Derivate, wir liefern die frischeste Ware, die besten Ideen, aus nichts wird Reichtum im Handumdrehn.

Ein großer Baum wird von oben auf die Bühne herabgelassen, es ist der Bonussbaum, in einer Astgabel hält sich mühsam eine in weite Gewänder gehüllte Frauengestalt, Cassandra Register, das Unheilorakel. Die Schwarzanzugträger tanzen um den Bonussbaum mit steigender Extase.

Schwarzanzugträgerchor:

Dein Geschenk, oh König Market, wir danken Dir. Du schenkst uns den Baum des Bonuss, die reichen Früchte, sie fallen uns in den Schoß, sei fruchtbar Du Baum, sei fruchtbar, und lasse weiter reiche Ernte fallen, spende mehr, lass dicke Früchte uns erquicken, bis sie uns erdrücken, können sie uns nur beglücken, gibt mehr, noch mehr und immer mehr, gib schon her, los, los , her, her, losloslos,her-her-her.

CassandraRegister:

Ihr armen Toren, ihr habt Euch verschworen, zum Fell über die Ohren, dabei seid ihr verloren, schon völlig geschoren und dann auch verfroren. Ist der Arsch erst verwettet, ist er bald nicht mehr verfettet.

Reichitzki zur Seite:

Oh Jammer, grausamer Blödsinn. Ich will Shakesbeer. Anspruchsvolle Unterhaltung. Nicht immer diese bürgerlichen Trauerspiele.

Vortretend Schwarzanzugträger Acker Deutschmann.

AckerDeutschmann:

 Ich brauch 25 Pronzent Rendite, denn in Eurer Mitte lasst mich sein der Dritte, oder der Zweite oder der Erste.

Kleiner Sprechchor aus City, HerrLehmann und Goldiesachs:

Acker, Du kleiner Fixer, Du bist kein Angelsachse, also bleib auf Deinem Platze. Die große Finanzwelt,  die Feine, sollst Du nicht beschmutzen mit Deiner Kleinlichkeit.

U.B.Schwitz:

Es ist doch die eine Welt, die globale, die uns allen gemeinsam gehört. Und dieser schöne Baum, hat er nicht Früchte für uns alle? Für mich natürlich die meisten, wenn ich bitten darf, schließlich bin ich neutral und steuerparadiesisch, da darf es etwas mehr sein.

Sie tanzen wüst um den Baum, sie rütteln heftig daran, fette Bonüsse fallen herab, mühsam klammert sich CassandraRegister an den Ästen fest.

CassandraRegister:

Wißt Ihr was Ihr tut, Ihr Toren, Ihr zerstört, mit Eurer Gier, doch alles? Es kann, nicht gut gehen, wenn, die Hebel immer länger, werden, der Kredit, ist doch nur, ein Versprechen. Macht das Versprechen, zum Verbrechen, es wird sich rächen.

Es erscheint der gemeine Anleger, das kleine gierige Subjekt, Gierbert Dummbacke.

GierbertDummbacke:

Da hab ich nun auf meiner hohen Kante ein paar Zigtausend. Sie sind zwar schön, doch möcht ich mehr davon. Wer wagt es in Bankanien, mein Geld zu vermehren, ich will ihn ehren, er soll mich lehren, die Zauberkunst des Reichtummachens. Zwar hab ich viel, doch möcht ich mehr, noch mehr und immer mehr. Was sie können, die Herren in den Anzügen, in den Chefetagen, ich will es auch.

Auftritt des treuen Anlageberaters, der Dackelblick rechts mit listigem Aug links schielend verbindet,sein Name DresdnerCommers, alias Dasistnichtnormalfüreinebank.

Dasistnichtnormalfüreinebank:

Ihr habt zwar Geld, doch ich hab was Besseres, den Stein der Weisen, der aus Eurem bißchen Geld wirklichen Reichtum macht. Kauft ihn mir ab, den Stein der Weisen, berührt mit ihm ein Ding, und es wird pures Geld, frisch gedruckt, wo immer ihr wollt. Kauft sie die Zertifikate, die Sichergemachten, die Derivate, die Abgeleiteten, die Komponierten, die Kunstwerke, geschaffen Euch zu betören, Euch zu gehören, Euch zu verführen, Euch reich zu machen, Euch gleich zu machen, den Großen, den ganz Großen, dieser Welt.

GierbertDummbacke:

Ich wag´s, ich kauf´s. Ich will mit ganzem Herzen, reich sein, global sein , dabei sein, mir mein Stück nehmen vom Kuchen. Denn steht´s mir denn nicht zu? Bin ich denn nicht wie sie, die großen Hunde, die große Haufen machen und sie verkaufen, aus purem Gold, vielleicht?

CassandraRegister:

Ach Unheil, nimm Deinen Lauf. Es giert der Mensch solang er lebt, und wenn er tot ist, bleibt genug, für den Billigbestatter, hoff ich.

Vorhang. Ende 1.Akt.

Meister 31.01.2009, 11.10 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Ein Sonntag in "DDA"





Offene Bühne: Sydney. Ein sommerhausartiges Ambiente mit Blick auf Strand, Opernhaus und Harbour Bridge im Hintergrund des Bühnenbildes aufgemalt.

Web Master kommt von links über die Bühne geschlendert, er ist im farbenfrohen Freizeitlook mit langen Shorts und Abo-T-shirt bekleidet.

W.M: Sehr verehrtes Publikum! Unser heutiges Stück spielt in einem Australien in einer virtuellen Zeit des 20.Jahrhunderts. Durch einen geschickten Tausch hat das DDR-Regime das Territorium mit den Australiern getauscht, sie waren damals beide etwas 16 Millionen, das ließ sich machen, auch wenn es etwas umständlich war. So ist jetzt das >Deutsche demokratische Australien< entstanden, das DDA, dessen Bewohner sich der gleichen demokratischen Errungenschaften erfreuen dürfen wie die früheren DDR-Bewohner. Aber sehen sie selbst. Geht zur Seite ab.

Zwei Liegestühle werden rechts auf die Bühne gestellt, es erscheinen Erik Hornimacker, der Staatsratsvorsitzende mit nettem Hütchen, und seine Frau Magottogott im dezenten unmodernen Kostüm. Sie setzen sich in die Liegestühle und prosten sich mit Rotwein zu. Von hinten erscheint von der Strandseite Erwin Miefke, der Sicherheitschef in Generalsuniform mit kurzen Hosen. Er hat einen Eimer in der Hand und ist sichtlich gut gelaunt.

E.H.: Und? Hatten sie Hunger deine Haie?

E.Mief.: Die hatten einen Mordskohldampf, haben mir fast aus der Hand gefressen, fast den Arm abgefressen. Ist lange keiner mehr getürmt hier, an unserer Staatsgrenze Ozean süd-ost. Die Mägen sind leer.

E.H.: Aber surfen können wir nicht!

E.Mief.: Man kann nicht alles haben. Der internationale Klassenkrampf verschärft sich. Wir müssen wachsam sein! Surfen ist bürgerliches Laster!

Mag.: Für Dich ist doch alles bürgerliches Laster, was Du nicht kannst, hab ich Recht? Warum soll unsere Jugend nicht surfen? Ist verdammt weit nach Neuseeland, außerdem ist es dort kälter als hier und die roten Maoris würden jeden zurück schicken, die sind besser als Gomulcka und Jaruselski zusammen.

E.H.: Außerdem steht unsere Jugend loyal zu DDA, hat einen klaren Klassenstandpunkt. Da kommt ja gerade der beliebte Jugendführer Egon Kratz.

Auftritt Egon Kratz, kurze Hose, Holzgewehr, eine Bananenstaude über der Schulter.

E.Kratz.: Freundschaft und fette Beute, mein Vorsitzender Hornimacker! By the way: im re-branding Deines Namens hättest Du auch etwas sorgfältiger sein können.

E.H.: Quatsch Egon! Aber sag, was liegt heute an?

E.Kratz.: Großes nationales Jugendtreffen, Fahnenappell, Bananenbuffet und Bumerangwerfen.

Mag.: Daß es hier so schöne Bananen gibt, die Jugend von heute hat es wirklich gut. Und das Bumerangwerfen, Egon, bestechende Pädagogik: wer abhaut, muß auch wieder kommen. Wie bist Du darauf bloß gekommen?

E.Kratz: Meine Genialität, ganz einfach. Wo stecken sie denn, meine jungen Freunde?

Geht suchend zur Seite ab.

E.H.: Seitdem er diese neue deutsche Jugend gefunden hat, ist er so viel fröhlicher und gelassener geworden. Ein richtiger Freund und Führer der Jugend.

E.Mief.: Und die parieren!

Eine Horde kleiner Kängurus mit blauen Halstüchern kommt im Hintergrund von der Seite auf die Bühne gehüpft. Sie stellen sich in Reih und Glied auf. Egon kommt, schreitet die Front ab, verteilt Bananen an alle, ordnet die Halstücher. Zwei Kängurus schieben einen vielleicht 2 Meter hohen Fahnenmast herein, daran prangt die Fahne, die zwei gekreuzte Bananen im Ährenkranz zeigt. Sie salutieren vor der Fahne, dann wirft Egon den Bumerang zur linken Seite und die ganze Meute rennt johlend hinterher und geht ab.

E.Mief.: Hat er es schon jemals geschafft, daß der Bumerang zurück kommt?

Mag.: Das muß man können. Kann Egon denn etwas?

E.H.: Was liegt denn heute noch an?

E.Mief.: Erstmal die Frage des Mauerbaus, dann noch Bericht von der Nordgrenze.

Mag: Immer wieder diese blöde Mauergeschichte. Ich weiß ja, daß Dir das alles zu weiträumig ist hier. Aber wozu brauchen wir eine Mauer?

E.Mief.: Die Fans von Dynamo Melbourne stürmen immer ungebremst in unser Stadion der falschen Freundschaft und dann kann der BFC nicht gewinnen. Wir machen jetzt eine kleine Mauer drumerum, dann können wir ja ein paar Fans rein lassen, wenn es 4:0 steht.

E.H.: Du und Dein blöder BFC. Was heißt den BFC heute eigentlich? Hieß früher doch auch Dynamo.

E.Mief.: Bondybeach Fußball Club, was sonst? Wegen denen in Melbourne hab ich das >Dynamo< weggelassen.

Mag.: Also ich habe keine gute Erinnerung an diese Mauersache, das hat doch nur Ärger gemacht. Brauchen wir doch hier gar nicht.

E.Mief.: War aber doch so gemütlich!

Auftritt Major und Oberst in eleganten Stasiuniformen, der eine hat zwei kräftige Krokodile an der Leine, die sich sofort für Miefkes Futtereimer interessieren, diesen nach hinten weg schleppen, nachdem sie von der Leine gelassen wurden.

E.Mief.: Grüßt Euch Genossen, bringt ihr die Berichte von der Nordgrenze?

Major: Jawoll, Genosse General, die Grenztruppen der Nordgrenze lassen sie grüssen. Erfüllt von ihrem proletarischen Klassenauftrag halten sie Tag und Nacht Wache gegen den heimtückischen Feind des Friedens. Unermüdlich stehen wir dort auf Wacht, niemals werden wir sie herüber lassen, wir verteidigen unsere Bananen bis zum letzten Blutstropfen.

Oberst: Der Bericht lautet: Haben keinen Einzigen rein gelassen!

E.Mief.: Und wie viele habt Ihr raus gelassen?

Major: Da waren... es sind... die Umstände... und die Witterung.

E.Mief.: Also doch! Wie viele?

Oberst: 2 sind geflitzt. Nach New Guinea.

E.Mief.: Zu den verdammten bloody kannibalistischen Kapitalisten ?! Das darf nicht wahr sein. Wozu füttere ich Euch Versager durch, wo meine Haie solchen Hunger leiden? Ihr unnützen Ultras, ihr trantütigen Doppelagenten. Ihr saudummen Saboteure! Wo waren denn Eure Krokodile, Eure Haifische, Eure Killerqualen. Ihr könnt in der Strafkolonie über Eure Missetaten nachdenken.

E.H.: Wir haben doch gar keine Strafkolonie, oder?

E.Mief.: Ab sofort haben wir eine! Macquarie-Island! Liegt kurz vor dem Südpol.

Mag.: Ich laß Euch dann mal alleine, muß kurz mal weg. Hab noch eine staatstragende Verabredung.

Abgang Magottogott.

E.H.: Möchte zu gerne wissen, was sie treibt?

E.Mief.: Frag mich! Sie hat ein Treffen mit diesem Bierfaß, diesem Leierheini.

E.H.: Was, mit dem? Ich dachte, den hätten wir zum Abschied an den Weidendammer Adler genagelt.

E.Mief.: Nein, der züchtet hier Giftspinnen und Schlangen.

E.H.: Kann der nicht mit nach dieser Insel?

E.Mief.: Nein, den verkauf ich an die Kannibalen.

Vorhang

Web Master kommt von links, Reichitzky von rechts, sie treffen sich in der Mitte.

Reichitzky: Und das wollen Sie mir als Aufklärungstheater über die DDR verkaufen? Da fehlt die nötige Ernsthaftigkeit! Man könnte denken, mit Bananen und Haifischen wäre alles besser gelaufen. Humbug! Vorhang zu und lassen Sie das Fenster offen.

W.M.: Ich fands lustig. Ernste Aufklärung ist auch nicht Jedermanns Sache.

Reichitzky: Genau, warum führen Sie nicht den Jedermann auf, den kennt wenigstens Jedermann und selbst wenn Sie ihn verhunzen, können Sie nichts anrichten.

Meister 05.12.2007, 20.14 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Propaganda heute



Der Vorhang ist zu. Heraus tritt Web Master der Theaterdirektor.

W.M.: ´"Wie Sie alle wissen gab es in Deutschland mal eine Zeit, über die man keine Witze machen darf, außer PC-Witzen, versteht sich. Aber die müssen dann auch zunächst von einer großen Kommission abgenommen und mit schwerem Gerät getestet werden. Es ist natürlich eine Unsitte, wenn jeder Schwachkopf als Nazi bezeichnet und jede Schweinerei als faschistisch qualifiziert wird. Aber es geht natürlich auch nicht diese Zeit einfach auszublenden, dafür hat sie zu tiefe Spuren hinterlassen. Heute wird unser geschätzter Dr. Jo seph Hinkefuß uns einen kleinen Beitrag über Medienpluralismus präsentieren."

Tritt ab.

Der Vorhang geht auf, Trompetensignal Einzug der Gladiatoren. Auf der Bühne steht Dr. Jo in einem weiten, weißen Magiermantel mit einem hohen Magierhut auf dem Kopf.

Dr.Jo: "Hoch gewähltes Publikum. Die Propaganda muß mit der Zeit gehen. Hatten wir früher die Zwangsmaßnahme als Lieblingsinstrument mit der Zensur als Lieblingswerkzeug, so müssen wir heute mit weitaus differenzierteren Mitteln arbeiten, um den gleichen Gleichschaltungseffekt zu erzielen. Aber darin genau liegt auch die Kunst: >es muß alles demokratisch aussehen, aber wir müssen es in der Hand haben<. Walter Ulbricht wird dieser Satz zugeschrieben, er war auch ein Meister unseres Faches. Die Tatsache daß ich und nicht er hier heute präsentieren liegt nur daran, daß weder sein Idiom noch seine charaktervolle, ich meine natürlich: charakteristische, Stimme in Deutschland heute nicht so sehr geschätzt wird. Ich soll Sie aber schön grüßen. Sie denken, wir seien Feinde. Aber nicht doch, die wahren Künstler schätzen sich, auch wenn sie früher für verschiedene Seiten gearbeitet haben. Vergessen Sie bitte nicht: >Das Leben ist kurz, die Kunst ist lang.< Nun wollen wir doch mal sehen, wie wir die Journalisten tanzen lassen."

Ein lauter Knall, Rauch und er hat sich in einen geschniegelten Manager verwandelt, in Halbkreis stehen Liegestühle, in denen sich Damen und Herren der berichtenden Zunft räkeln, teils mit Schreibblöcken, teils mit Mikrofon, auch 2bis3 Kamerateams.

Dr. Jo spricht die Runde an:" Meine Damen und Herren, ich freue mich Sie bei unserem Großevent hier in Höllensee begrüßen zu dürfen. Mein Name ist Dr.Wohlgemuth, und ich darf Sie im Namen der Vorsitzenden Andrea Bergfehring als Gastgeber hier begleiten. Entspannen Sie sich, Sie werden das Weltereignis, das dort einige Kilometer entfernt stattfindet, hier hautnah miterleben."

Ein Riesenstrandkorb mit schwerer Überbreite wird auf die Bühne gefahren.

Dr. Jo:"Nehmen Sie Platz meine Herrschaften und erleben Sie, wie die Mächtigen der Welt hier zusammen die Lösung aller Großprobleme schaffen. Hier zunächst ein kleiner Aperitiv für Sie alle und der erste Teil der Pressemappen, sie können das Material selbst weiter verarbeiten oder auch an ihren von uns gestellten persönlichen Assistenten weiter geben, vergessen Sie bitte nicht ,die Zeiten Ihres Redaktionsschlusses anzugeben."

Attraktive Hostessen und ihre männlichen Komplimentäre kommen herein, bringen hübsche Drinks und goldene Pressemappen, die sie an die Journalisten verteilen, entsprechend deren Geschlechtspräferenz, versteht sich. Die Herrschaften greifen zu, nur die Kameramänner/-frauen schaun zunächst noch irritiert.

Dr. Jo: "Auch die Herrschaften vom bildgebenden Gewerbe sollen sich nicht grämen, wir haben für Sie die besten Szenen schon auf Datenträger bereit, eine ständige Aktualisierung für ihre Redaktionen läuft schon ein, wenn Sie diese nur mit Ihrer Signatur versehen würden, dann kann sie sofort weiter geleitet werden, geben Sie Ihren persönlichen Betreuern doch bitte die entsprechenden Daten."

Die Kameraleute holen eifrig Kärtchen heraus, sicher smart-cards, die von den Hostessen eingesammelt und an das inzwischen auf die Bühne gefahrene Sendehäuschen weiter gegeben werden. Das Sendehäuschen ist natürlich nur eine Art mit Hightec-Elementen dekoriertes Hexenhäusen mit einem Schornstein, der in eine große Parabolantenne übergeht und aus dem es kräftig dampft.

Dr.Jo: "Nachdem Sie sich jetzt hoffentlich richtig wohl fühlen, kommen wir jetzt zur Fragestunde. Reden Sie bitte frei von der Leber weg. Ihre Fragen werden, wenn sie an bestimmte Personen gestellt sind, mit den Antworten der Politiker zusammen weiter geleitet. Ihre Heimatredaktion wird zufrieden sein und wir können dann zum gemütlichen Teil übergehen. Haben Sie schon Ihre Zimmerschlüssel bekommen, vergessen Sie bitte nicht, diese an Ihre Hosts oder Hostessen weiter zu geben, damit es nicht zu Verwechslungen kommt. Wir wollen doch keine unangenehmen Überraschungen erleben, hahaha."

Allgemeines haha-Echo. Man sieht die Korresponten mit wichtiger Miene Fragen in die Kameras sprechen bzw. Zettel mit Fragen an die Hostessen weiterleiten.

Dr. Jo: "Gibt es denn noch allgemeine Fragen an mich?"

Journalist 1: "Bis wann müssen wir die Zimmer geräumt haben?"

Dr.Jo: "Sie sind natürlich das ganze Wochenende unsere Gäste, reisen Sie ab nach Belieben, aber vergessen Sie nicht das die Schlußerklärung erst ab übermorgen 22 Uhr eine Freigabe hat, Sie sollten vorher nicht bei Ihrer Redaktion auftauchen."

Journalist 1: "Keine Sorge, wir sind Profis. Wir kennen die Regeln. Nebenbei: Gibt es denn wieder eine Sonderaktion?"

Dr.Jo:" Für einen Profi sind Sie aber ganz schön direkt. Die Sonderaktion ist dieses Mal das Preisausschreiben auf Seite P17 der Mappe. Für den schönsten Kommentar haben wir eine hübsche Reise im Troßder USA-Reise  ausgelobt, man beachte aber dabei das Abreisedatum, es kann nicht getauscht werden. Für den besten Leitartikel gibt es den Sonderpreis, das kennen Sie ja."

Journalistin 2: "Ich soll auf jeden Fall Stellungnahmen und Bilder von der Opposition mitbringen!"

Dr. Jo: "Ihre Redaktion ist ja so unerhört kritisch und die Recherche immer so ganz doll gründlich. Sie können gern noch bis übermorgen bleiben und wenn Sie einen zweiten Host brauchen, lassen Sie es bitte wissen. Wir haben die Stellungnahmen der Opposition auf den Seiten Op8-505 zusammengestellt und auf Kanal 8 bekommen Sie die Echtzeitbilder vom Zaun und auf Datenleitung2 eine gute Zusammenfassung mit den heftigsten Szenen. An Interviews mit den Verhafteten wird gerade gearbeitet, die wollen dann aber in der Regel zumindest wissen, über welchen Sender ihre Statements gehen, falls Sie das also wünschen, brauchen wir eine Rückmeldung von ihnen. Weitere Fragen?"

Zufriedenes Murmeln der Journalisten, die inzwischen von den Hostessen das Essen serviert bekommen.

Knall, Puff, Rauch und Nebel Dr. Jo hat sich wieder in den Magier zurück verwandelt und spricht zum Publikum:

"Mein Publikum! Waren Sie zufrieden? Haben Sie etwas erlebt? Das ist aber nur ein einfacher Anfang. Erleben Sie demnächst hier wie wir unliebsame Themen verkleinern oder zum Verschwinden bringen. Die Magie kennt keine Grenzen, die Kunst dient dem, der zahlt."

Vorhang.

Meister 18.11.2007, 18.46 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Das Theater um die Zeckenimpfung - 3.Akt



Alle Vorigen sitzen auf den Stühlen am Rand.

Medium (springt auf, tanzt zum Bühnenrand vor): "Überall Zecken! Kein Platz sich zu verstecken. Massenhaft Tote, mein Kind. Woran die wohl gestorben sind? Schützt Euch und Eure Kinder. Rennt sofort zum Doktor hin. Laßt Euch nicht vertrösten, laßt Euch nicht abspeisen, sonst könnt ihr nicht mehr verreisen. Die Zecke lauert überall, ja das ist ein Überfall. Seht die Karte an, die Gefahr wächst weltweit an." (Eine Karte erscheint in Projektion auf die Bühnenrückwand, zuerst Deutschland: immer mehr Flecken werden rot und blinken, dann Europa genauso, dann die ganze Welt)."Wenn Ihr Euch nicht impfen laßt, seid ihr dran, das ist kein Spaß. Massengräber überall, stellt Euch schon mal hinten an."

Eine panische Horde von Statisten stürmt von hinten rechts und links auf die Bühne. Sie tragen Transparente: Zeckenimpfung, bitte, bitte. Oder Zeckenimpfung her, aber plötzlich.

Die Zecke ist ganz klein geworden und versucht sich hinter ihrem PR-Berater zu verstecken, Dr. Faustan ist in die Bühnenmitte gerannt und fuchtelt aufgeregt mit den Armen in Richtung Famulus Studiosus longus, der knöpft wichtig seinen weißen Kittel zu und gebietet mit ausladenden Armbewegungen den panischen Massen sich in einer langen Schlange aufzustellen. Sie tuns. Jetzt winkt er die Spritze herbei. Sie kommt zu ihm, er gibt ihr mit eindeutigen Gesten zu verstehen, was passieren soll. Der erste der Reihe tritt vor, wendet seine Rückseite zur Spritze, die nimmt Anlauf und piekt ihn in den Hintern. Das wiederholt sich dann fortlaufend. Ein kleinerer Teil der Gespritzten fällt um und bleibt auf einem Haufen liegen. Die anderen sammeln sich fröhlich auf der rechten Bühnenseite.

Inzwischen hat Borell von Burgdorff sich an die Zecke herangemacht und beißt ihn theatralisch in den Hals. Dann hängt er der Zecke ein gelb-schwarzes Schild >infiziert von BvB< um. Unschuldig mischt sich die Zecke unter die fröhlich Geimpften auf der rechten Bühnenseite und geht mit ihnen ab. Die Impfungen sind inzwischen beendet, die Spritze sinkt erschöpft zu Boden, Sarko Sanostoli verteilt große Schecks an Prof. Unflat, Dr. Faustan und Studiosus longus.

Medium: "Sieg ! Sieg ! Die Wahrheit triumphiert, die Einschaltquote maximiert. Die Welt ist gerettet, da seid ihr geplättet."

F.S.M.E.: "Ich bin begeistert über meine Popularität. Ich bin das populärste Phantom der Welt. Ich mach jetzt als Phantom der Oper weiter, das wird sicher auch ganz heiter. Hab ich mich dort erst etabliert, ist die Oper auch ruiniert."

Mit wildem, Irren-Geheul rennen Rothäute von links nach rechts über die Bühne, die Zecke ist ihr Häuptling mit hübschem Kopfschmuck, ruft: "So gehts natürlich auch, ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert. Fraksauß, dein Vertrag ist kassiert, alle werden Indianer und rasiert."

PR-F.: "Ich weiß gar nicht, was er moniert, ich war erfolgreich, hab die Kampagne kreiert!"

Dr. Faustan: "So dien ich der Gesundheit alle Tage, wenns so weiter geht, lieg ich bald auf der Trage. Die Welt weiß nicht was sie verliert, wenn sie ohne mich weiter vegetiert."

Studiosus longus:" Wird Zeit daß der Alte krepiert, ich habs kapiert, als nächstes werden die Indianer skalpiert."

Prof. Unflat: "Ihr könnt mir meine Professur vergolden, keiner kann ihn mir nehmen, meinen Ruf den holden; es ist erreicht, auf ewig : mein Ruhm ist poliert, mein Konto saniert, der Platz in der Ruhmeshalle schon präpariert."

Sarko Sanostoli: "Die Börse zufrieden, die Kranken verschieden, Politiker korrumpiert, Wirtschaft saturiert; was kann ich als nächstes anzetteln, wie wärs mit 380 Großraum-Jetten?"

Vorhang.

Vor dem Vorhang treffen sich Reichitzky, der Kritiker, und Web Master der Theaterdirektor.

Reichitzky: "Und so was nennen sie also Aufklärungstheater?! Ich nenne das Klamauk, sie sind ein Pfuscher, wie ihre Figuren auch. Sie ham das Theater massakriert."

Web M. refft den Vorhang etwas zurück und gibt ein Zeichen .

Die Spritze kommt von hinten und piekt Reichitzky ins Gesäß. Die Zecke kommt und setzt ihm einen Indianerkopfschmuck auf.

Web M.:"Fühlen sie sich jetzt besser, Herr Reichitzky?"

Licht aus.

Ende.

Meister 30.06.2007, 20.37 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Theater um die Zeckenimpfung - 2.Akt





Vorhang auf. Die Vorigen auf ihren Plätzen. In der Mitte der Bühne die Spritze. Sie ragt vorn und hinten aus dem Spieler heraus, waagrecht nach vorn weisend, mindestens 3m Gesamtlänge, vorne die große Nadel zielt auf denjenigen, der vor dem Spieler steht. Die Spritze singt und tanzt über die Bühne: "Ich bin die Spritze, die Zeckenspritze, Ihr müßt mich kaufen, kaufen, kaufen. Ich bin für alles gut, ich schütz Euch vor der Zeckenbrut, nur ich, nur ich, ganz allein ich! Nur wenn das Geld im Beutel klingt, Ihr nicht über die Klinge springt. Kauft Euch frei, von der Zeckentyrannei!"

Zecke: "Was soll der Blödsinn? Du kannst mir gar nix?"

Pr-Fracksauß: "Contenance! Laß ihn sich selbst entlarven."

Zu Spritze: "Nun gebt mal Antwort, was vermögt Ihr gegen Zecken? Gar nichts, wenn ich mich nicht irre, hihi."

Spritze: "Ich bin die einzig wahre Waffe, getestet an so manchem Affe, wenn man mich nicht nutzt, wird man von Zecken weggeputzt!"

Zecke: "Er lügt, er lügt, er macht mich schlecht, so geht das nicht, wir gehen vor Gericht."

Auftritt Anwalt Naturkind: "Man ruft mich, wunderbar. Ich vertrete stets die saubere Natur, von Winkelzügen keine Spur. Ich weiß das Recht zu wahren, für jedes Kind, sei es auch hoch an Jahren."

Zur Spritze: "Wenn sie weiter derart künstliche Lügen verbreiten, werden wir sie gerichtlich bestreiten. Legen sie doch mal auf den Tisch, die Forschungsergebnisse, flink und frisch."

Spritze: "Ihr könnt mich gern verklagen, Ihr Schätze, das steigert noch die Umsätze. Denn Medien sind´s die mich beschützen und Industrielle, die mich benützen."

Auftritt Medium: "Ich bin neutral, ich bin wahr. Ich dien der Abwehr der Gefahr. Man muß mich immer nur gut schmieren, dann habt ihr nichts mehr zu verlieren."

Auftritt Konzernchef Sarko Sanostoli: " Wer schafft denn die Gesundheit, wenn nicht wir? Milliarden pumpen wir in Forschung rein, wenn Mist rauskommt, müssen wir ihn trotzdem Euch verkaufen. Hört auf die Worte der Wissenschaftler, wir haben sie gut bezahlt, so sagen sie die Wahrheit. Ich hab Euch Prof. Unflat mitgebracht, der ist wahnsinnig brilliant, der war bei Darwin noch als Praktikant."

Auftritt Prof. U.: "All mein Leben und mein Streben gilt der Wissenschaft der holden, sie tut mein Leben vergolden. Natürlich laß ich mich bezahlen, wer tut das nicht. Ich hör sie >cui bono< schreien, sei´s drum. Ich werde Euch befreien von allem Glauben, Ihr dürft stattdessen wissen, wie unbestechlich der Professor schafft, indem er viel Geld zusammenrafft. So hört und wißt es ein für allemal: wer diese Spritze kauft wird leben, vielleicht nicht lange aber wenigstens ganz ohne Bange."

Plötzlich geht das Licht aus, und in einem Spot am rechten Bühnenrand steht mit weißem Anzug, weiß geschminktem Gesicht und schwarzem Zylinder Dr. Josef Hinkefuß, der Propagandist des Bösen: "Ihr könnt es Kleinkram nennen, Ihr könnt aus dem Theater rennen; ich muß mich heute nach der Decke strecken, kann mich nicht verstecken, kann mich vor Aufträgen nicht retten, muß ständig um den Globus jetten. Diese Kampagne beweist glasklar, wer stets der Meister der Volksaufklärung war. Der beste Erfolg seit dem >Sender Gleiwitz<: wer so verkauft, kann auch die Hölle retten. Habt acht, es wird bald wieder Nacht."

Spot aus, raunen auf der Bühne, Vorhang fällt.

Ende 2.Akt.

Meister 26.06.2007, 22.09 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Theater um die Zeckenimpfung - 1.Akt

Die Bühne ist leer doch ringsum stehen Stühle.
Auftritt: die Zecke - dick, schwarz und häßlich mit haarigen Beinen:" Ach weh ,ach nein, ich tu mir so leid. Ein schlechter Ruf wie meiner ist schwer nur zu ertragen. Alle Welt haßt mich so, dabei: was bin ich denn? Ein ganz gewöhnlicher Blutsauger wie viele andere: Moskitos, Vampire, Fabrikanten, Banker, Hedgefondmanger, Poltiker, Bürokraten,Finanzbeamte, GEZ-Agenten. Haben sie nicht alle einen besseren Ruf als ich? Weh mir armem Sauger, saugen sie nicht viel mehr ab als ich? Ich muß es ändern, will so nicht weiter leben. Will geachtet sein, es ist ehrbares Handwerk, das ich mit meines Mundes Werkzeugen betreibe."
Auftritt PR-Berater -voll geschniegelt, ganz die moderne Geschäftswelt: " Mein Name ist P.R . Fraksauß. Du verlangst nach mir, dem Spin-doctor, dem Retter der Verhärmten, dem Aufrichter der Beleidigten, dem Weißwäscher der Schwarzärgerer. Was kann ich für Dich tun mein Freund? Unterschreibe mir rasch den Beratervertrag, dann geht es los."
Zecke: beäugt den Vertrag, "Ah, noch einer unserer Saugerzunft, welch unstillbarer Durst!" -unterschreibt.
PR-Fraksauß:" Jetzt kann ich Dir helfen, Freund! Ich weiß, was Du willst, ich weiß was Du brauchst. Du brauchst ein neues Imätsch. Versuchen wir es mit Musik, machen wir einen Videoclip. Kannst Du singen?"
Zecke: " Soll ich´s versuchen?" Singt lautstark: " Ich bin die Zecke, ich bin die Zecke, ich komm unter die Decke, ich bring Dich um die Ecke.."
PR-F: "Halt! Amateur! Die Wahrheit ist die Dummheit in diesem Geschäft. Versuch ein andres Lied! Mehr Rhythmus, Dynamik, Tempo und Gefüüüühl!"
Zecke, jetzt mit Schlapphut, schwarzem Schlips und dunkler Brille,singt: " Ich bin der Holzbock, ich bin der Holzbock, ich sing den härtesten Rock. Ich mach Euch heiß, ich mach Euch kühl, ich bring Euch blutleeres Gefühhhhhhl. Habt Ihr noch nen Tropfen Blut im Leib, dann rückt ihn raus ,rückt iihn raaaaaauus!"
Auftritt zwei finstere Gestalten, der eine schlank, elegant mit Bärtchen, der andere ziemlich winzig in moderner geometrischer Verpackung.
Erster Finsterling: " Salve, mein Name ist Borell von Burgdorff. Aus dem Geschlecht der Spirochäten. Ich wollte nicht versäumen, Euch meine Freundschaft anzutragen. Ich kann Euch wichtig machen, kann Euch zu rothäutigen Migranten führen, wenn´ s gut geht, die Birne erweichen sogar. Ich bin für alle ein treuer Freund."
PR-F: " Wie, was? Die Indianer wandern auch schon ein? Kohl wird weich auf seine alten Tage?"
Zweiter Finsterling: "Gestatten, F.S.M.E."
Zecke: "Que ce que ca veut dire? Parlez- vous chinois? Oder was?"
2.Finsterling: "Mein Name: Franz Sonderbar Moor, Entertainer. Man kennt mich, man liebt mich, ich bin populär, ich bin millionenschwer. Bin meist zwar nur Phantom, doch mein Job ist Horrorshow. Über Europas Landkarte verbreit ich mich von Ort zu Ort, wie Blitzkrieg Bonaparte, der große Freund des Massenmords."
PR-F: "Nehmt Platz, Jungs, Ihr werdet noch gebraucht." Sie setzen sich auf die Stühle links.
Auftritt zwei Weißkittel, ein älterer, Doctor Faustan und ein jüngerer, Famulus Studiosus longus.
Dr.F: "Hast Du nun lange genug studiert, um zu wissen, welche Aktie wir kaufen müssen?"
F.S.l.: "Der Stoff, aus dem die Träume vom Reichwerden sind, wird produziert von XXXX und VB. Doch sie stehn hoch im Kurs - besonders in Australien."
Dr.F: "Australien? Was faselt der Famulus? Kaufen, kaufen, der Gewinn ist der Genuß!"
F.S.l.: Wir impfen wie die Bekloppten, sei´s drum. Immer drauf und dran. Solang die Zecke uns noch nährt und Punkte in die Scheuer fährt"
Zecke: "Was mach ich? Ich denk ja gar nicht dran! "
P.R-F zu den Weißkitteln:" Bitte setzen Sie sich, und halten sie die Füsse still!" Sie tun´s.
Auftritt ein Bote: "Der Impfstoff wird knapp!"
Chor aus dem Off: "Wehe, wehe, wenn ich auf das Ende sehe!"
Licht schlagartig aus.
Ende Akt 1.
 

Meister 19.06.2007, 22.01 | (0/0) Kommentare | TB | PL