Meisters Romantic
Die Zukunft ist die Traumzeit der Romantik
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Bärbel
Ich möchte dir mal ganz viel Glück wünschen, dass die Pannenserie nun ihre letzte Folge hatte! Daumen sind doll gedrückt
LG Bärbel
30.1.2010-22:36
Sebastian
Dein letzter Blog Eintrag "Ergoterror macht Kinder fertig" ist dir sehr gut gelungen -baut sehr gut auf dem vorigen auf :ok:
27.11.2009-10:15
Chatty
Ich lasse Dir Wünsche für ein wunderbares Wochenende da ... nutze sie :-)
30.10.2009-19:48
Linda
Auch ich, wie die Schreiberin vorher!
LG
30.9.2009-19:03
Bärbel
Bin heute als Berlinerin über diese Seite gestolpert und...es hat sich gelohnt. Ich werde hier öfter mal stöbern nach Perlen :D

Danke
und Grüße aus dem "hohen Norden"
Bärbel
13.5.2009-19:45

Blogeinträge (themensortiert)

Thema: Mein Lambarene

Pandemrix =?

Welche Marketingabteilung hat sich denn bloß diesen Namen ausgedacht?

Die Impfstoffe dieser Firma klingen zwar schon immer wie ein Dorf unbeugsamer Gallier, aber dieser Name treibt einen doch irgendwie in die negativen Assoziationen:

-Verdamrix

-Pandoramix

-Panoramakix

-Pestundcholerafix

Hat noch jemand eine passende Idee?

Vielleicht noch für Herthafans:

-Pantelixzurückkicks

Meister 10.11.2009, 23.41 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Arbeit sonst nichts Neues

Es gibt viel zu tun und der Abend hat sich ziemlich gezogen. So sehr dass ich überrascht war, als dann wirklich Schluß war.

Viele Fragen heute vor allem wieder, gut dass man auch was Schriftliches da hat, aber man natürlich nicht immer nur verweisen sondern muss die Fragen schon beantworten. Aber wenigstens dann nicht  mehr mit allen Facetten, die kann man ja nachlesen falls sie einen interessieren.

Díe Leute hätten es natürlich am Liebsten, wenn man die Impffrage mit einem "ja" oder "nein" beantworten würde, aber warum soll man es ihnen einfacher machen als es ist, um sich dann hinterher dafür prügeln zu lassen.

Es gibt eben immer zwei Möglichkeiten... und daraus ergeben sich dann wieder zwei Möglichkeiten,.... na ich denke jeder kennt dieses alte Spielchen.

Eigentlich sind wir doch in einer komfortablen Situation: die Schweinegrippe hat sich noch nicht zum Raubtier verwandelt, noch nicht mal zur Wildschweinhorde und es gibt einen Impfstoff, auch wenn wir ihn noch nicht haben.

Niemand muss sich gezwungen sehen dies oder das andere zu tun, aber auch das cool bleiben ist für viele Leute schon schwer, der Medienbeschuss war doch sehr schwer in letzter Zeit.  Gibt es eigentlich genauere Untersuchungen über die Auswirkungen von Medienbeschuss auf Menschenmassen? An künstlerischen Bearbeitungen fällt mir da gerade Bölls "Verlorene Ehre der Katharina Blum" ein. Na, das ist ganz schön weit weg ! Medienkritik war gestern? Oder vorgestern?

Was passiert eigentlich, wenn es im Lande mal wirklich hart auf hart geht statt "hart aber fair" (was übrigens einer der verlogensten Titel für eine Propagandasendung ist) ?

Meister 10.11.2009, 23.15 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Der Witz des Tages

Der Witz des Tages war gleich der Beginn: unsere Azubine sagt, ihr Papa hat gesagt, wir stehen in der B.Z. und zwar als Praxis, die ab heute schon gegen Schweinegrippe impft. Bestätigung? Unnötig, es gibt natürlich gleich massenhaft Anrufe, die sich darauf beziehen.

Der Witz dabei ist: wir wissen nichts davon! Wir haben letzte Woche den Vertrag abgeschickt, aber wir haben bis heute absolut nichts davon gehört, noch viel weniger haben wir Impfstoff bekommen.

Macht ja nichts, das Chaos ist allgegenwärtig.

Der Spruch des Tages ergibt sich aus der Situation, als gleich drei Mädchen einer  Familie zusammen mit Schweinegrippe kommen. Ergibt sich wie von alleine "Ein Schwein kommt selten allein!"

Bestimmt heute 50 SG-Fälle, keine Frage mehr, aber auch keinen Sinn etwas wie Meldung ans Ges.-Amt zu machen, das dürfte überholt sein. Die Sache hat jetzt die dynamische Phase erreicht.

Aber es ist nicht die "gefährliche zweite Runde", es ist die Fortsetzung unserer KleinEpidemie vom Sommer mit größeren Zahlen. Auch Kindern, denen es Ende der Woche noch mies ging zum Sorgen machen, sind heute wieder fit. Mexiko ist eben doch nur Klein-Spanien.

Die Leute sind aber immer noch schwer mystifiziert. Wenn ich sage, ich hatte die Schweinegrippe im Sommer selbst, schauen sie mich an wie einen Geist, als ich abends einer Mutter sage, es waren heute bestimmt 50 Schweinegrippefälle hier, kann sie sich nur durch grundsätzlichen Atheismus vor dem Bekreuzigen bewahren.

Aber es kommt allmählich die Erkenntnis, dass SG eben auch nur eine Grippe ist. Dauert bloß ein bißchen, bis sie kommt.

Und die Impfsache, da gibt es auch viel Unsicherheit. Das ausgehängte und verteilte Info von gestern hat ganz gute Arbeit geleistet, schon allein deshalb, weil ich es gleich bei allen e-mail-Fragen verschickt habe, aber ich hatte auch viel weniger Platten zu spielen.

Was wird nun mit der Impfung? Einer Kollegin, die schon rumtelefoniert hat, verdanke ich die richtige Telefonummer, und wenn die uns schon nicht benachrichtigen, können wir doch wenigstens nachfragen. Ist also möglich, auch wenn sie nicht so genau wissen, wen wir eigentlich impfen dürfen. Das macht aber erstmal gar nichts.

Denn das eigentliche Problem ist, ob und wann wir überhaupt Impfstoff bekommen. Die Logistik hat der Senat einer Großapotheke anvertraut, die ist natürlich heute tagsüber kaum zu erreichen gewesen. Immerhin konnten wir abends schließlich ein Fax schicken . Das Schöne beim Faxen ist, dass man nicht weiss, ob es ankommt und wenn ja bei wem.

Das wird die Frage für morgen.

Die Frage für übermorgen wird sein, wer denn nun geimpft werden will/wird. Die Leute sind ja zum Teil voll scharf drauf. Aber wir werden sie erstmal durchs Höllenfeuer der Aufklärung gehen lassen.

Das stelle ich mir augenblicklich so vor: es werden die Risiken von Grippe und neuem Impfstoff schonungslos erklärt, wer unterschreibt wird geimpft, wer Bedenken hat, soll es sich lieber noch überlegen. Zwischendurch habe ich heute auch noch den Spruch gehabt: >wer sich als Kaninchen fühlt, der möge vorangehen<. Aber der ist nicht massentauglich, man muss schon aufpassen, dass man nicht vor lauter Absurdität zu unernst wirkt. Es ist schon einiges absurd in der Sache, aber die Leute wollen einen Ratschlag.

Den sollen sie haben, aber der ist nicht ja oder nein zur Impfung, sondern Information und dann die Möglichkeit selbst zu überlegen, wovor man mehr Angst hat, dass man eine schwere Grippe kriegt oder dass man schwere unbekannte Nebenwirkungen bekommt.

Und die geheime Hoffnung, dass den Leuten, wie sie sich auch entscheiden, nichts Schlimmes passiert. Ist es nicht gut, dass man ihnen die Entscheidungsfreiheit lassen kann?

Meister 09.11.2009, 21.51 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Schweinegrippeinfo zum 9.11.09

Morgen wird sicher bezüglich der Schweinegrippe schwer was los sein. Deshalb habe ich ein Infoblatt gemacht, das wir morgen aushängen oder verteilen werden. Den Lesern dieses Blogs mag aber vieles bekannt vorkommen:

Liebe Eltern,

es sind in den letzten Tagen so viele Fragen zur Schweinegrippe gestellt worden, dass man sie mal zusammenfassend beantworten muss.

Schon seit Monaten grassiert diese neue Grippe, zunächst nur in Einzelfällen, allmählich sich vermehrend und jetzt nachdem eine ziemlich grosse Zahl ansteckender Menschen vorhanden ist, geht es rasant.

Die Schweinegrippe hatte bisher zumindest einen Vorteil, der gleichzeitig ein Nachteil war: sie verläuft so leicht bei vielen Leuten, dass diese nicht im Bett bleiben, sondern weiter unterwegs sind und andere anstecken.

Glücklicherweise gibt es bisher zwar eine Mengenvermehrung der Fälle aber keine Verschlimmerung des Verlaufs: die meisten Leute,  und ein Großteil der Betroffenen sind Kinder, erholen sich auch recht schnell wieder.

Es ist aber natürlich richtig, dass mit einem Ansteigen der Fallzahl auch die Anzahl schwerer Verläufe zunehmen muss, denn es gibt immer ein Spektrum des Verlaufs zwischen leicht und schwer, und wenn 1 Promille der Fälle schwerer verläuft, dann ist das vielleicht keiner von 500 aber möglich 50 von 50.000 .

Wir haben eine Häufung von Luftwegserkrankungen bei Kindern in den letzten Wochen zu beobachten, wahrscheinlich handelt es sich dabei zu einem erheblichen Teil um Schweinegrippefälle.

Wegen der bürokratischen Hemmnisse ist es leider nicht möglich das genau festzustellen, da es unangemessen ist, jemanden als Verdachtsfall zu melden, wenn er nur leicht erkrankt ist. Im Gegensatz zu Medienberichten vom Wochenende ist es auch nicht richtig, dass ein Schnelltest Klarheit bringt. Dieser ist von der Labors verlassen worden, weil er zu unzuverlässig ist und nicht mal spezifisch für die Schweinegrippe.

Es hätte aber auch keine Konsequenzen, denn mehr als eine symptomatische Behandlung und Bettruhe ist sowieso nicht angezeigt. Die sogenannten Grippemittel wie "Tamiflu" werden bei diesen Krankheitsverläufen nicht eingesetzt, sie werden in ihrer Wirkung allerdings sowieso überschätzt.

Man muss keine Panik wegen der Schweinegrippe haben, sie ist nicht schlimmer als die normale Grippewelle, eher leichter. Natürlich kann sich das noch im Verlauf ändern, aber es gibt keine Anzeichen dafür.

Wenn jetzt Einzelfälle in den Medien hochgespielt werden, muss man daran erinnern, dass man von tausenden von Grippetoten jährlich in der normalen Grippesaison redet.

Es stimmt nicht, dass Grippe immer >plötzlich hohes Fieber, rasende Kopfschmerzen und schlimmer Husten< bedeutet, wie das ständig geschrieben wird, auch ganz normal erscheinende Erkältungssymptome können von dem Virus kommen, das zeigt die Erfahrung mit einer ganzen Reihe von Familien, in denen das Virus vorgekommen ist.

Pandemiemassnahmen wie Mundschutz und sterile Kittel sind in der augenblicklichen Situation genauso wenig sinnvoll wie Politiker, die sich nach solchen Maßnahmen heiser schreien. Genauso wenig sind Schließungen von Schulen oder Kindergärten sinnvoll, wenn es berall Ansteckungsfähige gibt und die Erkrankung eben keine "Killerseuche" ist.

Aber die Impfung!?

Wir können glücklich sein, dass es die Impfmöglichkeit gibt, besonders wenn es zu einer Verschlimmerung des Erkrankungsverlaufs in Zukunft kommen sollte. Wir müssen aber auch die Probleme der Impfung sehen und ohne Aufregung mit der ganzen Sache umgehen.

Es handelt sich bei dem neuen Pandemieimpfstoff nicht um den bekannten gewöhnlichen Grippeimpfstoff, sondern um eine Neukonstruktion. Diese Innovation ist nicht ohne Grund vorgenommen worden: die WHO hatte wegen der Bedrohung durch die "Vogelgrippe" die Pharmaindustrie aufgefordert, einen Impfstoff zu schaffen, den man für den Pandemiefall schnell in grossen Mengen produzieren könnte. Die Aufgabe wurde erfüllt, aber die amerikanischen Zulassungsbehörden waren nicht von seiner Unbedenklichkeit überzeugt. Sie haben den alten Impfstoff bestellt und damit jetzt das Problem, dass es zu wenig davon gibt. Die Industrie hat die deutschen Behörden davon überzeugt, dass deren Wunsch 80 Millionen Impfdosen zu bestellen nur mit dem neuen Impfstoff zu realisieren sei. Der Impfstoff wurde im Laufe dieses Jahres entwickelt und produziert und auch getestet. Die Testergebnisse waren nicht negativ, aber die Anzahl der Testpersonen notgedrungen klein, bei Kindern noch viel geringer.

Es besteht die Hoffnung und Erwartung, dass der Impfstoff gut verträglich sein wird, aber eine Sicherheit gibt es nicht. Bei einem Großversuch wie diesem weiß man eben erst hinterher, wie er ausgegangen ist.

Soll man sich und seine Kinder also impfen lassen?


Die Gesundheitsbehörden und auch der Berufsverband der Kinderärzte empfehlen die Impfung.

Man kann sich dieser Empfehlung anschliessen, wenn man folgendes beachtet: Jeder der sich oder seine Kinder impfen lässt muss eine persönliche Abwägung treffen, ob er oder sie eher bereit sind mögliche seltene Nebenwirkungen zu akzeptieren oder eine mehr oder minder schwere Grippe zu riskieren.

Man kann aber auch vorsichtig pragmatisch mit der Frage umgehen und mit der Impfung nicht drängeln: wenn erstmal ein paar Millionen Erwachsene geimpft sind ohne schwerwiegende Ereignisse, dann kann man sich auch auf den Weg machen. Ein solcher Großversuch kann ja schlielich auch gut gehen!

Wir werden uns trotz der vom Senat aufgebauten bürokratischen Hindernisse an der Impfung beteiligen, sobald es möglich ist. Wir rechnen damit im Laufe dieser oder der nächsten Woche.

Dies kann aber nur zeitlich verzögert geschehen, zum einen da wir mit der Versorgung der Kranken voll ausgelastet sind, zum anderen, weil immer mindestens 10, bei Kindern sogar 20 Patienten geimpft werden müssen, da der knappe Impfstoff in Ampullen geliefert wird die 10 bzw. 20 Impfdosen enthalten die hintereinander verimpft werden müssen.

Ob Kinder und Erwachsene geimpft werden können muss noch geklärt werden genau wie alle anderen Fragen des technischen Ablaufs. Es kann also durchaus noch 1-2 Wochen länger dauern bis die Impfung wirklich möglich ist.

Wir werden aus haftungsrechtlichen Gründen die Patienten eine Einverständniserklärung unterschreiben lassen müssen, denn wir können aus verständlichen Gründen nicht für die Sicherheit eines Impfstoffs haften, den wir nicht kennen und dessen Gefahren noch nicht sicher einschätzbar sind.

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Soweit das Merkblatt! Ist es verständlich genug? Welche Fragen müßten noch beantwortet werden?

Meister 08.11.2009, 17.40 | (5/3) Kommentare (RSS) | TB | PL

Schweinische Nerverei

Heute gab es reichlich Nerverei wegen der Schweinegrippe. Kein Wunder, die Leute werden von den Medien verrückt gemacht. Ich habe heute die gleiche Platte zu Grippe und zu SG-Impfung mindestens 20 mal gespielt. Und dann kommt eine Mutter und beschwert sich, ihr sei gesagt worden, es würde nur eine halbe Stunde Wartezeit geben und jetzt sitze sie schon 2 Stunden da. Das tut mir ja so leid, dass es längeren Beratungsbedarf gegeben hat, als einkalkuliert. Es gibt leider Leute, die sehen immer nur sich, etwas anderes liegt total außerhalb ihres geistigen Horizonts. Komisch dass die Leute nicht merken, dass sie sich selbst unmöglich machen, man hat doch ein besseres Gedächtnis als manche Leute denken und das kollektive Gedächtnis ist noch besser.

Außerdem war heute aber auch der Tag, an dem  erstmals die Hälse der Kinder anfingen, immer eindeutiger nach Grippe auszusehen. Diese Erfahrung hatten wir auch schon öfters, zuletzt im vergangenen Winter: wenn es eine Epidemie gibt, dann synchronisieren sich die klinischen Befunde: die Hälse sehen alle gleich aus, der Husten klingt bei allen gleich, die Vorgeschichte ist immer ähnlich.

Also erst ab heute läuft eigentlich wirklich die Grippeepidemie bei uns richtig. Trotzdem ist der Unterschied zum letzten Winter evident: im vergangenen Januar und Anfang Februar waren die Patienten schwerer krank, aber das massive Medienrauschen gab es nicht.

Das was heute in der Zeitung steht - und es ist noch die seriösteste Zeitung - grenzt an Panikmache. Mag ja sein, dass in Berlin jemand an SG gestorben ist, aber in normalen Wintern ist das den Medien keine Erwähnung wert, kein Wort.

Und die Impfung, sie wird vom Senat und seinen Bürokraten weiter chaotisiert. Es werden Impfempfehlungen mit dem >sofort< und >unbedingt< Zusatz ausgegeben, aber sie haben bisher ihre Infrastruktur nicht auf die Reihe gekriegt.

Wir haben schon vor einer Woche zähneknirschend den Vertrag unterschrieben - und seitdem nichts mehr davon gehört. Anderen soll es genauso gehen. Am Montag wollen sie eine Liste der Impfpraxen veröffentlichen -100- ich hoffe dass diejenigen die auf dieser Liste stehen zumindest den Impfstoff bis dahin bekommen haben, denn es wird zum Angriff der Hysteriker am Montag kommen!

Ich werde am Wochenende zwei Dinge tun: 1. werde ich die Platte, die ich heute gespielt habe mal schriftlich zum Aushang bereit machen (hier wird sie auch erscheinen) und 2. werde ich einen Aufklärungstext über die SG-Impfung vorbereiten, die alle Impfwilligen unterschreiben müssen, wenn sie sie wirklich haben wollen.

Die Sache wird möglicherweise eine Riesenblamage werden - was ich angesichts der wirklichen Ängste der Menschen wirklich nicht wünsche! -  aber Hauptsache nicht für uns und unsere Kollegen. Es besteht wirklich die Gefahr, dass die Verantwortung für das Desaster bei uns abgeladen wird, aber sie sollten uns und unsere Hingabe für die Volksgesundheit auch nicht unterschätzen!

Meister 06.11.2009, 19.09 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Schweinisches Dilemma




Es war ja schon zu befürchten, dass pünktlich zum Impfstart die Schlagzeilen mit den Grippetoten kommen, und da sind sie! Man fragt sich natürlich, wie kommt's, aber das ist eine müssige Frage. Fragen wir lieber mit den Patienten, was nun?

Wir haben einen Impfstoff, der ist neu und unerprobt, bei Kindern so gut wie gar nicht erprobt. Es werden ihm eine Reihe möglicher Gefahren nachgesagt, aber so ganz genau weiss das keiner bisher. Es ist ein Großversuch, so viel ist klar. Es kann bei diesem Großversuch natürlich auch herauskommen, dass nicht nur die Grippe harmlos ist, sondern der Impfstoff auch. Das Spezifische an einem Versuch ist eben immer, dass man vorher nicht so genau weiss und dass man hinterher schlauer ist. Aber jetzt geht es um ganz praktische Fragen: Tut man es oder lässt man es, hat man Angst vor der Grippe , hat man Angst vor der Impfung, kann man die Impfung verantworten oder wird man dafür zur Verantwortung gezogen?

Die bürokratische Aufzäumung vom Staat über eine inkompetente Gesundheitsbürokratie tut ein Übriges. Der Berliner Senat hat beschlossen, dass die Ärzte 5,50 Euro für die Impfung kriegen sollen, statt 7,21 , was normalerweise bezahlt wird. Die Ärzte wittern zu recht, dass sie mit einer erfundenen Notlage über den Tisch gezogen werden sollen und dass gleichzeitig ihnen die Verantwortung für das Scheitern der Zwangsimpfkampagne aufgedrückt werden soll: »Gierige Ärzte verhindern den Schutz der Bevölkerung vor der Jahrhundertseuche«.

Was tun wir also, angesichts der Tatsache, dass uns unliebsame Alternativen gestellt werden?

Wir haben auch das Vertragsangebot des Senats bekommen, und wir haben aus den folgenden Gründen beschlossen, es anzunehmen.

Zum einen dürfen wir nicht die Möglichkeit verkennen, dass die Stimmung in der Bevölkerung rasch umschlagen könnte und alle plötzlich nach Impfung schreien. Wenn man sich dann verweigert, wird man sehr schlecht dastehen. Zum anderen können wir nur durch das Mitmachen widerlegen, dass wir total geldfixiert seien. Weiterhin können wir nur so darüber bestimmen, wer wann und wie geimpft wird.

Wir werden dazu gezwungen sein, sehr genau die Indikationen abzuwägen und sehr genau aufzuklären, weil nur so sich Schadenersatzansprüche vermeiden lassen. Es geht nicht um Nebenwirkungen wie Schwellung an der Impfstelle oder ein bißchen Unwohlsein. Es geht um die Nebenwirkungen, die nicht auf dem Zettel stehen: kann es wie schon gehabt neurologische Syndrome wie dieses Guillain-Barré-Syndrom geben, Überempfindlichkeitsreaktionen und Schockzustände und andere lebensgefährliche Wirkungen, die nicht gerade wahrscheinlich sind, aber auch nicht ausgeschlossen.

Das Problem besteht darin, dass Gerichte in den Fällen, in denen etwas passiert ist, den Ärzten gern wegen angeblich mangelhafter Aufklärung die Schuld zugeschoben haben. Sie wollten halt was für die armen Opfer tun und ein besserer Weg fällt ihnen dann nicht ein, so funktioniert Justiz eben in diesem Lande.

Man wird also über alle Möglichkeiten und auch die noch nicht bekannten Möglichkeiten aufklären müssen und man wird sich peinlich genau an die Indikationsanweisungen halten müssen und jeden der trotz zweifelhafter Indikation die Impfung verlangt unterschreiben lassen müssen, dass er das auf eigene Gefahr tut.

Gleichzeitig wird man sich natürlich auf mögliche Zwischenfälle vorbereiten müssen, denn es hilft natürlich nicht, dass man sich hat unterschreiben lassen, dass es zum Schock kommen könnte, wenn er denn da ist. Dann kann man nicht die Arme überkreuzen und sagen, » ich hab's ihnen ja gesagt, dass das passieren kann, jetzt sehen sie mal zu, wie sie damit zurecht kommen!«

Ok, meistens passiert ja nichts oder wenig und man kann natürlich immer Pech haben, dass mal eine seltene Reaktion auftritt, damit muss man halt leben.

Vielleicht oder wahrscheinlich wird das alles ja auch völlig harmlos ablaufen: harmlose Grippe trifft harmlose Impfung.

Wir sind doch in gar keiner schlechten Situation: die Schweinegrippe macht bisher keinen wirklichen Ärger und der Impfstoff steht zur Verfügung. Wenn man jetzt in aller Ruhe erstmal die Freiwilligen impft und dann die Gefährdeten, dann wird man schon mehr wissen. Und wenn alles gut läuft, kann man die Impfungen dann mehr in die Breite durchführen. Wenn es mit der Grippe schlimmer werden sollte, kann man natürlich auch beschleunigen, wenn man denn die infrastrukturellen Voraussetzungen geschaffen hat.

Meister 05.11.2009, 22.06 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Wieder an der Arbeit

So, heute wird wieder geschafft, ist schon einiges los, aber an der SG-Front gibt es im Moment nur viele Fragen: Medienaktivitaet fuehrt zu Frageecho!
 

Meister 03.11.2009, 12.43 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Zwangsjackenimpfung

Es klingt ja ein bisschen gemein, aber die >Zwangsjackenimpfung nach Professor Bonnies ranch< ist bei unruhig abwehrenden Kleinen doch oft eine gute Alternative, d.h. einfach Hemd oder Pullover in leicht fixierender Weise nach unten ueber den Oberarm ziehen statt hochziehen oder ausziehen. Fuehrt eher zu einem Gefuehl der Kuscheligkeit und zu weniger Rumzappelei und wird ueberraschend  gut toleriert.
Impfen muss ja sein, aber je weniger wir uns damit unbeliebt machen um so besser.
 

Meister 29.10.2009, 11.25 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Schweinegrippefront-update

Es gibt mal wieder Neuigkeiten an der Schweinegrippefront. Zum einen 1000 Fragen zur Impfung. Die Leute sind von den  sich widersprechenden Informationen allmählich voll verwirrt, man wird demnächst mal darüber nachdenken müssen, was die SG für die Desinformationsgesellschaft bedeutet. Wieder mal muss man ständig die gleiche Platte spielen, aber das ist in der Kinderarztpraxis nichts Neues, das sind wir gewohnt.
Die Schweinegrippe selbst ist keineswegs verschwunden, im Gegenteil, die Fälle werden immer mehr, leider werden wir durch die Umstände daran gehindert unvoreingenommen Tests zu machen, aber eigentlich ist das kein Unterschied zur normalen Grippewelle, dort merken wir auch nicht durch Tests sondern durch das uniformer werdende Bild der fieberhaften Erkrankungen, dass die Fälle mehr werden. Im Moment werden die fieberhaften Infekte deutlich mehr und bei einigen denkt man >könnte sein< ohne einen dann natürlich meldepflichtigen Verdacht daraus machen zu müssen. Aber die erste Meldung ans Gesundheitsamt hatten wir gestern auch, liess sich von den Umständen nicht umgehen. Der Fußballclub der Umgebung hat ein Trainingslager irgendwo gehabt, wo sich plötzlich die S-Grippe ausgebreitet hat, einer von den Heimkehrern wurde gestern bei uns vorgestellt und im Auto auf dem Parkplatz untersucht: Ergebnis unspezifisch, aber bei Virusnachweis im Ansteckerkollektiv sicher ein Verdacht. Und wenn Tamiflu aufgeschrieben wird, kann man wohl nicht leugnen, dass man einen Verdacht geäußert hat, also muss man melden! Es besteht die Gefahr, dass man sich bei der administrativ aufgeladenen Situation sonst ins Schußfeld bürokratischer Sanktionen der amtlichen Gesundbeter begibt, was zu vermeiden ist. Sie suchen jetzt schon Sündenböcke für das von ihnen angerichtete Desaster. Je mehr Letzteres anwächst, um so mehr wird diese Tendenz zunehmen. Eine angeschlagene Bürokratie ist gefährlich, da ist ein angeschossenes Wildschwein gar nichts gegen. 
Bei dem erwähnten Trainingslager wurden alle Betroffenen sofort mit Tamiflu behandelt und alle nicht Betroffenen gleich mit einer Prophylaxedosis. Das kann man medizinisch durchaus als vollkommen unsinnig ansehen,  aber niemand will sich nachsagen lassen, dass er nicht das Äußerste unternimmt. Bei den so Behandelten kommt es dann gleich zur nächsten Verunsicherung: schreckliche Nebenwirkungen seien in Japan aufgetreten. Das ist sicher wieder ein haltloses Gerücht, die Japaner haben schon in dem Vogelgrippewinter vor 3 Jahren ungebremst Tamiflu in Massen geschluckt und damit sicher in Einzelfällen auch unerwünschte Wirkungen gehabt. Aber als ich die Putativ-SG im Frühsommer hatte, habe ich festgestellt, dass das Mittel eigentlich nicht schlecht verträglich ist, auch wirkt, aber keineswegs stark wirkt, das ist nicht das, was man von Antibiotika kennt. Ob man es nehmen soll, ist weniger eine Frage der Nebenwirkungen, sondern mehr eine Frage vom therapeutischen Sinn: wenn es jemandem nicht gut geht, würde ich es schon empfehlen, aber jeden der sich angesteckt haben könnte zu behandeln ist vielleicht doch ein bisschen sehr "japanisch".
Die Zahl der Fälle nimmt also offenbar momentan deutlich zu, aber glücklicherweise gibt es bisher nur Leichtkranke. In einer Familie, in der es vor 2 Monaten nachgewiesen wurde, hatte sich die Mutter in Spanien angesteckt, hatte Fieber und Husten, war nach einer Woche wieder hergestellt, der Sohn hatte auch etwas Fieber, Vater und Tochter waren aber nicht sichtbar betroffen. Das könnte vielleicht repräsentativ sein, in einer Reihe von Familien sind eine Reihe von Mitgliedern betroffen, aber die meisten so unspezifisch leicht, dass niemand die Diagnose stellen würde.
Und der Impfskandal:  im Land Berlin wird heftig gestritten, der Senat hat bei der kassenärztlichen Vereinigung, mit dem Wunsch ein Billighonorar zu diktieren, auf Granit gebissen und will jetzt seine Hiwis im öffentlichen Gesundheitsdienst die Sache machen lassen und eine Koalition der Willigen aus  2000 Praxen rekrutieren, die sich umfänglich formularmäßig beim Senat bewerben, um für das herabgesetzte Honorar die Impfung machen zu dürfen. Das Geheul der roten Brüder im Senat wird  durch ihre publizistischen Hilfstruppen verstärkt: die bösen, bösen raffgierigen Ärzte verhindern die rechtzeitige Rettung der unschuldigen Bevölkerung  vor der tödlichen Seuche, weil sie nicht bereit sind, die Impfung zu den Bedingungen durchzuführen, die ihnen vom Senat gestellt werden. 
Dabei wird wieder genau der Fehler gemacht, der schon die ganze Zeit sich durch die SG-Frage zieht: es wird einfach behauptet, dass ein Notstand vorliegt, den man nur durch Notstandsmassnahmen beherrschen könne: deshalb Impfstoffe, die nicht getestet sind, sondern notfallmässig zusammengeschustert, deshalb Impfung durch Leute, die man nicht normal bezahlt sondern zu einem Nottarif oder am besten notfallmässig dienstverpflichtet. Von der Haftungsfrage wurde in diesem Zusammenhang auch gar nicht gesprochen: d.h. sie erwarten von Ärzten, dass sie für ein reduziertes Honorar einen Impfstoff verimpfen, von dem diese nicht überzeugt sind und für den sie bei schlimmen Resultaten vielleicht sogar noch haften sollen. Die allgemeine Behauptung, der Staat hafte für empfohlene Impfungen wurde in der Vergangenheit schon mehrfach per Gericht auf Impfärzte abgewälzt, notfalls mit fadenscheinigen Begründungen wie >mangelnde Aufklärung< (Beispiel vor einigen Jahren: Poliomyelitis =Kinderlähmung bei Kontaktpersonen von Lebendimpfstoffempfängern).
Aus meiner Sicht geht es nicht um 2€ mehr pro Impfung, im Notfall würde ich das auch ohne Bezahlung machen, nur es handelt sich keineswegs um eine Notsituation : warum sollten die Ärzte sich dafür hergeben, dem Staat das Geld zu wieder einzusparen, was jener (so viel,  viel zu viel) an die Impfstoffhersteller verdaddelt hat, vor allem, warum sollten sie sich das von der Gesundheitsbürokratie diktieren lassen?
Ich denke, man sollte Ruhe und Vernunft wieder einkehren lassen, die Panikmache  beenden, die Anmassung der Gesundheitsbürokraten durch deren fristlose Entlassung beenden und demnächst offener und bedächtiger mit derartigen Problemen umgehen. Hysterie ist niemals ein guter Ratgeber. 
Diese Schweinegrippeimpfung werden wir wohl als "Ulla Schmidts Abschiedsgeschenk" in Erinnerung behalten.

Meister 23.10.2009, 18.54 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Integration oder nicht

Zum Thema Integration muss man aber auch sagen, dass wir sehr viele tuerkische und arabische Familien haben, die sehr gut integriert sind, sich sehr positiv um ihre Kinder sorgen und auch darum, dass ihre Kinder hier alles richtig lernen.
Aber es gibt immer auch Gegenbeispiele. Beispielsweise hatte ich gerade eine tuerkische Mutter, die sich im Arztzimmer die ganze Zeit mit ihrer Freundin penetrant und stoerend auf tuerkisch unterhalten hat, soweit ich es verstanden habe, klang es situationsbezogen und abwertend.
Grundsaetzlich muss man sich nicht wundern wenn man in Anwesenheit von Einheimischen sein auslaendisches Idiom insidermaessig verwendet, dass dies nicht nur als unhoeflich bewertet wird, sondern dass der unfreiwillige Zuhoerer auch annimmt, dass man negativ oder beleidigend ueber ihn redet.
Vielleicht sollte ich noch anmerken, dass wir hier ausserhalb des eigentlichen "Neukoellner Ghettos" arbeiten. D.h. die "Migranten" hieer sind in der Regel Einwanderer im positiven Sinne. Aber es gibt in der letzten Zeit duraus auch Bestrebungen von "Berufsauslaendern" hier mehr Ausland durchzusetzen. Das ist nicht in unserem Sinne und auch nicht im Sinne der wirklichen Einwanderer, die lehnen das naemlich auch ab.
 

Meister 15.10.2009, 13.52 | (0/0) Kommentare | TB | PL